Dötlingen - (ts) · Nein. Die Kommunikation mit anderen Menschen falle ihr als Autistin mit dem „Aßberger Syndrom“ alles andere als leicht. Mit der Fotografie habe sie aber eine gute Möglichkeit gefunden, sich auszudrücken.

Heidrun Weber (l., hier mit Martina Steinhaus) präsentiert ihre Fotografien nun zwei Monate lang im Dötlinger Lopshof.
Heidrun Weber aus Leer wirkte zurückhaltend, als sie gestern über sich und ihre Bilder sprach. Bis zum 31. August zeigt die 43-Jährige unter dem Titel „kleine dinge Ganz Groß... meine Art zu kommunizieren“ etwa 25 Fotografien im Dötlinger Lopshof.
Die Motive spürt die Ehefrau und Mutter von drei Kindern in der Natur auf. Manchmal harrt sie stundenlang aus, bis sich ein Kleintier vor ihre Linse schiebt. Manchmal hat sie Glück und entdeckt zum Beispiel eine Spinne in einem perfekten Moment. „Für mich ist das ein Geschenk“, sagt sie.
Die Motive helfen Weber, Emotionen auszudrücken. Ein Schneckenhaus symbolisiere Rückzug, Regentropfen hätten auf sie eine beruhigende Wirkung. Durch die Ausstellung der Fotos könne sie diese Empfindungen mitteilen. Gleichzeitig möchte die 43-Jährige anderen Autisten Mut machen, signalisieren, dass es keinen Grund gibt, sich zu verstecken. Und sie möchte zeigen, wie sie mit dem Autismus umgeht. Eine Exotin sei sie nicht.
Nach einer Präsentation im Autismus-Zentrum Oldenburg ist die Bilderschau im Lopshof die erste öffentliche Ausstellung für Heidrun Weber. Ihre Digitalfotografien sind Natur pur – „nicht bearbeitet“, betont sie. Ein Teil aus dem Verkauf ihrer Bilder wird dem Lopshof-Verein zugute kommen.
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