Nienburg · „Relativ ruhig“ sei im Landkreis Nienburg die stürmische Nacht zu gestern verlaufen, berichtete auf Nachfrage die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Nienburg. Reinhard Bittner, Feuerwehr-Pressesprecher der Samtgemeinde Mittelweser, informierte über zwei Einsätze in Landesbergen und Leese.

Sturm „Ulli“ knickt in Landesbergen einen Baum auf die Bundesstraße und ruft damit 25 Feuerwehrleute auf den Einsatz-Plan. ·
„Nach einer Pause am Dienstagnachmittag kam Sturm ,Ulli‘ am Abend mit voller Wucht und Blitz und Donner zurück“, sagte Bittner. Um 22.55 Uhr, so der Pressesprecher, stürzte in Landesbergen in Höhe der Sparkasse eine mächtige Eiche auf die B 215. Der Fahrer eines Kleinwagens, der aus Leese kam, habe gerade noch bremsen und kurz vor dem Hindernis anhalten können.
25 Landesberger Feuerwehrleute rückten aus, um die Gefahrenstelle zu sichern und den Baum zu beseitigen. Die Bundesstraße war dafür voll gesperrt worden. Hilfe bei der Arbeit bekamen die Einsatzkräfte durch einen schweren Greifer eines benachbarten Lohnunternehmers.
Der abgeknickte Baum lag auf einer Mauer und stand unter Spannung. Die Einsatzkräfte mussten daher beim Sägen besonders vorsichtig sein. Die Polizei kümmerte sich um die Umleitung des Verkehrs. Nach einer guten Stunde war die Straße wieder „besenrein“ und für den Verkehr frei.
Danach sei es wegen eines umgestürzten Baumes auf der Strecke von Stadthagen nach Lindhorst zu einer Beschädigung der Oberleitung gekommen, was eine Umleitung des gesamten Schnellzugverkehrs zur Folge gehabt habe.
IC- und ICE-Züge, die auf dem Weg zu den Flughäfen Köln/Bonn und Amsterdam waren, fuhren notgedrungen über die Strecke Minden-Nienburg.
Leese hatte plötzlich
„großen Bahnhof“
„Solche Umleitungen sind auf einer eingleisigen Strecke eine besondere Herausforderung, denn zu diesen Sonderzügen kam noch der normale Regional- und Güterverkehr dazu“, so Bittner. Da der Bahnhof in Leese als einziger über drei befahrbare Gleise verfügt, spielte sich der Kreuzungsverkehr hauptsächlich dort ab.
Fahrdienstleiter Reinhard Dörmann musste genau planen, um einen reibungslosen Begegnungsverkehr zu ermöglichen. Die Schnellzüge wurden vorrangig aneinander vorbei gelotst. Die anderen mussten bis zu 30 Minuten Verspätung in Kauf nehmen. Gegen 19 Uhr waren alle Umleiter abgearbeitet.
Den Fahrgästen war ihr Erstaunen anzusehen, mit einem ICE in einem so kleinen Bahnhof halten zu müssen. Ob sie ihre Flughäfen noch rechtzeitig erreicht haben, ist nicht bekannt. · bit / hen
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