Hoya - Von Kurt HenschelMildtätig zeigt sich erneut die Hoya-Diepholz‘sche Landschaft. Die Vereinigung, die sich die Heimatpflege und den Erhalt des Kulturguts in den Landkreisen Diepholz und Nienburg auf ihre Fahnen geschrieben hat, traf sich gestern zur jährlichen Landtagssitzung im Hoyaer Restaurant „Lindenhof“ und bewilligte dort mehrere Zuschüsse. Dabei geht der dickste Brocken an die Stiftung Martinskirche in Hoya. Sie erhält 10 000 Euro von der Landschaft als Unterstützung für eine rund 60 000 Euro teure Sanierung des Eingangsbereichs und des Fußbodens der inzwischen als Kulturzentrum genutzten Martinskirche.

© Foto: Henschel
Landschafts-Präsident Werner von Behr (r.) mit den ausgeschiedenen Mitgliedern (v.l.) Edmund Seidel, Reinhild Kirbst-Wesemann und Heinrich Heitmüller. ·
Ebenso einstimmig genehmigte das Gremium 4 000 Euro für die Sanierung der Feuer- und Läuteglocken in Drakenburg, jeweils 2 000 Euro für das Tafeltheater-Projekt in Arbste im Bereich der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen sowie für den „Förderkreis Soziale Schuldnerberatung“ im Landkreis Diepholz und dessen Projekt „Finanzführerschein“. Jeweils 300 Euro im Jahr nimmt die Landschaft künftig aus der Kasse, um Bücher für die besten Landwirtschaftsschüler in den Landkreisen Nienburg, Diepholz und Verden anzuschaffen.
Das alles ging unter der souveränen Leitung von Landschafts-Präsident Werner von Behr einstimmig über die Bühne. Er verpflichtete zu Beginn der Zusammenkunft die neuen Mitglieder der II. und III. Curie und verabschiedete Edmund Seidel, Heinrich Heitmüller sowie Reinhild Kirbst-Wesemann mit einem Präsent.
David McAllister will
die Festrede halten
In seinem Bericht sprach von Behr unter anderem die Verfassung der Landschaft aus dem Jahr 1916 an. In ihr sind beispielsweise die Modalitäten festgelegt für das Verfahren bei Neuaufnahmen. Die Verfassung trifft Aussagen über den Mindest-„Reinerlös“, den ein aufzunehmender Betrieb vorweisen muss – und zwar in der Währung „Mark – nicht D-Mark“, wie der Präsident verdeutlichte. Es liefen mit dem Innenministerium Gespräche und Verhandlungen darüber, den Begriff „Reinerlös“ durch „Wirtschaftswert“ zu ersetzen und auch die Währung zu aktualisieren. Erst wenn sich das auch in einer ergänzten Verfassung wiederfinde, seien Aufnahme-Anträge leichter umzusetzen. Das gehe allerdings nicht so schnell und „dürfte uns noch zwei bis drei Jahre beschäftigen“, orakelte der Präsident.
Während der harmonischen Sitzung, die mit einem Abendessen ausklang, erfolgte die Entlastung des Präsidenten und der Finanzministerin Meike Senger-Berg. Ihnen hatte Klaus Dera in seinem Bericht über die Kassenführung „tadelsfreie und hervorragende“ Arbeit bescheinigt. Um bei den Finanzen zu bleiben: Der Etat für das laufende Jahr ging ebenfalls glatt durch. Alle vorgesehenen Ausgaben in Höhe von 32 115 Euro seien durch die Einnahmen gedeckt – es seien sogar 2 875 Euro für die Rücklage übrig, so der Landschafts-Präsident.
Neben Berichten der Vertreter des Landschaftsverbandes Weser-Hunte, der Versicherungsgruppe Hannover (VGH), deren VGH-Stiftung und der VGH-Regionaldirektion Hannover, hörten die Mitglieder der Hoya-Diepholz‘schen Landschaft den Vortrag „Landschaften – Zwischen Gestern und Heute“. Dafür war Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der VGH-Stiftung, nach Hoya gereist.
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