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Nienburg investiert knapp 15 Millionen Euro in Bad

Größtes Volumen aller Zeiten für ein Einzel-Projekt / Neue Gesellschaft

Nienburg investiert knapp 15 Millionen Euro in Bad

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Nienburg - Von Leif RullhusenEs ist das größte Investitions-Projekt der Stadt Nienburg. Entsprechend kontrovers diskutierten Politik, Verwaltung und Bevölkerung, bis der Stadtrat den knapp 15 Millionen Euro teuren Bau des neuen Sport- und Gesundheitsbades beschloss. Sichtbar wird diese Entscheidung für die Stadt- und Kreis-Nienburger im Mai. Dann soll der Abriss des alten Bades starten.

Das geistige Rückgrat der neuen Bäder-Gesellschaft (v.l.): Anja Altmann, Georg Hennig (Aufsichtsrat), Dr. Bernd Rudolph (Geschäftsführer) sowie die beiden Projektleiter Michael Zube und Ernst-August Kahle.

© Foto: Rullhusen

Das geistige Rückgrat der neuen Bäder-Gesellschaft (v.l.): Anja Altmann, Georg Hennig (Aufsichtsrat), Dr. Bernd Rudolph (Geschäftsführer) sowie die beiden Projektleiter Michael Zube und Ernst-August Kahle.

Eifrig gearbeitet wird allerdings bereits hinter den Kulissen. Jetzt stellte sich die Bau- und Betreibergesellschaft der zukünftigen Schwimmstätte vor. Die „Bäder Stadt Nienburg/Weser GmbH“ – so die offizielle Bezeichnung – ist als stadteigenes Unternehmen unter dem Dach der „Holding Stadt Nienburg/Weser“ für sämtliche Entscheidungen bezüglich des Projekts „Neubau eines Ganzjahresbades mit den Schwerpunkten Sport und Gesundheit“ verantwortlich.

Eine auf den ersten Blick etwas unübersichtliche Konstruktion, die aber handfeste Vorteile bringen soll. „Als GmbH genießen wir die Vorteile eines Wirtschaftsbetriebes. Wir können freier, flexibler und zügiger auf Marktsituationen reagieren“, begründet die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Anja Altmann die Abtrennung von den politischen Gremien. Zudem könne man unter dem Dach der Holding steuerliche Vorteile nutzen, ergänzt Geschäftsführer Dr. Bernd Rudolph.

Derzeit zahle die Stadt rund 700 000 Euro jährlich an Steuern auf die Ausschüttungen der Holdingtochter „Stadtwerke“. Unter bestimmten Voraussetzungen könne man diese Gewinne zukünftig mit den unvermeidlichen Verlusten des Badbetriebes verrechnen. „Das sind zwischen 300 000 und 400 000 Euro im Jahr an Steuervorteilen“, rechnet Rudolph vor. Damit seien die gesamten Mehrkosten des Neubaus abzudecken. Das neue Bad würde sich somit nicht als zusätzliche Belastung auf den Haushalt der Stadt Nienburg auswirken.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Georg Hennig betont, dass die Abtrennung der Bädergesellschaft keinesfalls auf Kosten der Transparenz geschehen soll. „Wir wollen nicht hinter irgendwelchen Türen verschwinden“, erklärt er. Auch entziehe man sich nicht vollkommen den politischen Gremien. „Wir unterstehen nach wie vor dem Rat“, macht Hennig deutlich.

Für den Abriss des alten und den Bau des neuen Bades – beides soll von Web-Cams begleitet werden – hat sich die Stadttochter in ein enges Zeitkorsett gezwängt. „Unser hehres Ziel ist die Eröffnung zu Silvester 2013“, sagt Hennig. Dann blieben für den kompletten Abriss und Neubau – ein pünktlicher Beginn im Mai vorausgesetzt – gerade einmal 20 Monate.

Bevor sich die Türen des alten Bades am 31. März für immer schließen, soll es gebührend verabschiedet werden. Für Sonnabend, 24. März, ist ein Abschluss-Spektakel geplant. In Vorbereitung sind bei freiem Eintritt unter anderem ein Kinder- und Familien-Nachmittag sowie eine spezielle Abendveranstaltung. Erstmals soll an diesem Tag ein Modell des neuen Bades zu sehen sein. Außerdem bekommen die Besucher die Gelegenheit zu einer Führung durch die museumsreife Technik des alten Bades.

Auswirkungen haben könnte das neue Nienburger Ganzjahresbad auf das Therapiebecken der Helen-Keller-Schule in Stolzenau. Das ist sanierungsbedürftig. Schulleiterin Anette Schäfer ist besorgt, weil das Ganzjahresbad in Nienburg ebenfalls ein Therapiebecken bekommt. Die CDU-Fraktion im Kreistag hat sich für den Erhalt der Einrichtung in Stolzenau positioniert (ausführlicher Bericht folgt).

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