224.11.09|Nienburg|Nienburg|
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Nienburg - REHBURG (ade) · Knapp 200 Jahre Rehburger Geschichte hat der Bürger- und Heimatverein des Ortes auf eine CD gepresst. Die Abschriften der Kirchenbücher aus den Jahren 1687 bis 1885 liegen jetzt vor.

Heinz Hortian (links) und Fritz Mackeben mit der Kirchenbücher-CD.
4 000 Stunden Arbeit, schätzt Heinz Hortian, Mitglied des Vereins, hat er über den Kirchenbüchern verbracht – rund 2 500 Seiten mit Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen akribisch übertragen. Für Rehburger und Menschen, deren Wurzeln auf Rehburg zurückgehen, bedeutet das, dass sie nun einen leichteren Zugang haben, wenn sie in ihrer Familiengeschichte forschen wollen. Zwar stehen jedem Interessierten die Kirchenbücher zur Verfügung, doch die in früheren Jahren verwendete Kurrentschrift kann kaum noch jemand lesen.
„Wir haben es uns vor Jahren als Aufgabe gestellt, die Kirchenbücher jedermann zugänglich zu machen“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Fritz Mackeben, und freut sich über die CD, auf der sämtliche Daten zusammengefügt sind. Nun hofft er, dass Vereine in benachbarten Orten dem Beispiel des Bürger- und Heimatvereins folgen, damit Daten gekoppelt und Vergangenes noch besser zusammengefügt werden können.
Heinz Hortian mochte die mühevolle Arbeit für Rehburg gern übernehmen. 2005 belegte der heute 75-Jährige einen Kursus und lernte, die Kurrentschrift zu lesen, dann legte er los. Viele der Kirchenbuch-Seiten hat er von Mikrofilmen abgelesen, die das Archiv der Landeskirche Hannover zur Verfügung gestellt hatte.
So konnte Hortian zu Hause an Lesegerät und PC sitzen. So manche Seite jedoch, erzählt er, sei kaum zu entziffern gewesen. Dann sei er ins Rehburger Gemeindebüro gegangen, habe sich die entsprechenden Bände geliehen und im Gemeindesaal mit Lupe über Namen, Taufdaten und Beerdigungsterminen gesessen. Abgesehen davon, dass manche der Bücher arg in die Jahre gekommen seien, habe ihm auch die Schrift so manches Pastors zu schaffen gemacht. Im Schönschreiben, meint er, habe keiner der Geistlichen eine gute Note verdient.
Was auf der CD steht, das geht über die reinen Daten der kirchlichen Zeremonien hinaus, die die jeweiligen Pastoren vollzogen haben. Hungersnöte, Epidemien und Feuersbrünste haben manche der Pastoren in den Kirchenbüchern vermerkt. Oder auch, dass 1758 ein neuer Friedhof angelegt werden musste. Damals starben in einem Jahr 90 Rehburger durch Cholera, Masern, Diphtherie und Typhus – mehr als der Friedhof neben der Kirche aufnehmen konnte.
Gern hätte Hortian auch die Kirchenbücher nach 1885 auf seinen Computer übertragen. Diese Erlaubnis bekam der Bürger- und Heimatverein jedoch nicht, da in manchen der Bücher noch lebende Personen verzeichnet sein könnten. Mit den bereits übertragenen Kirchenbüchern ist Hortian jedoch immer noch beschäftigt. Die nächste Aufgabe, die er sich vorgenommen hat, ist die Übertragung in Excel-Dateien. So, erhofft er sich, ließen sich Familiengeschichten mit einfachen Suchfunktionen leichter zusammentragen.
Die erste CD, mit den Kirchenbüchern von 1687 bis 1885, verkauft der Bürger- und Heimatverein. Interessierte können sich an Fritz Mackeben unter Tel. 0 50 37 / 21 58 wenden.
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