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Marvin Campe schließt Prüfung mit Note 1 ab / Im Herbst neue Meisterkurse

Einfach meisterlich

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Nienburg - STAFFHORST · Anfang des Jahres hatte Marvin Campe wenig Zeit für private Verabredungen. „Ich bin morgens mit in den Stall gegangen und habe mich dann ins Büro gesetzt.“ Vier Wochen hat der 29-jährige Landwirt aus Staffhorst tagtäglich an seiner Meisterarbeit geschrieben. Das Ergebnis war ein 120 Seiten starkes Buch, in dem er die Zukunftsperspektiven seines Milchviehbetriebes analysiert.

Marvin Campe aus Staffhorst hat seine Meisterprüfung mit der Bestnote abgeschlossen. ·

Marvin Campe aus Staffhorst hat seine Meisterprüfung mit der Bestnote abgeschlossen. ·

Der Prüfungsausschuss benotete die Arbeit mit einer glatten „Eins“. „Die Arbeit war in allen Bereichen umfassend und überzeugend“, sagt Carsten Kühlcke, Bildungsbeauftragter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Nienburg. Er begleitet und organisiert die landwirtschaftlichen Meisterkurse.

Marvin Campe hat nach der landwirtschaftlichen Ausbildung zunächst die einjährige Fachschule und dann die zweijährige Fachschule an der Albrecht-Thaer-Schule in Celle absolviert. Damit hatte er den Titel des Betriebswirtes in der Tasche. „Damals war für mich schon klar, dass ich irgendwann die Meisterschule machen will“, so Campe. Zunächst stand aber der Betrieb im Vordergrund. Nach dem plötzlichen Unfalltod seines Vaters übernahm er 2006 den Milchviehbetrieb an der Dorfstraße und entwickelte ihn weiter von 60 auf 95 Milchkühe. Dabei unterstützen ihn ein Auszubildender und zwei Aushilfskräfte.

„Ich habe es als positiv empfunden, dass ich im Meisterkurs auf meine eigenen Erfahrungen als Betriebsleiter zurückgreifen kann. Jede Rechnung, jede Zahl im Jahresabschluss kann ich einordnen und kenne die Zusammenhänge“, erklärt der Landwirt. Er empfiehlt deshalb anderen Interessenten, einige Zeit zwischen Fachschule und Meisterkurs verstreichen zu lassen, um im eigenen Betrieb den „Durchblick“ zu bekommen. Innerhalb des Meisterkurses, der in der Regel aus jungen Männern und Frauen besteht, geht es unter anderem um betriebswirtschaftliche, juristische, steuerliche und auch soziale Aspekte. „Die Diskussionen untereinander sind interessant, da wir alle verschiedene Produktionsrichtungen vertreten“, weiß der 29-Jährige. Jeder Meister-Anwärter stellt den übrigen Kursteilnehmern übrigens seinen Betrieb vor. Außerdem standen noch weitere Exkursionen auf dem Stundenplan. Im vergangenen Jahr ging es zum Beispiel nach Estland und Lettland.

Durch die eigene Betriebsanalyse in seiner Meisterarbeit hat er herausgearbeitet, was unterschiedliche Szenarien für sein Unternehmen bedeuten würden. „Das öffnet einem die Augen, was machbar ist und was nicht.“ Nach der Meisterprüfung ist für Campe übrigens nicht Schluss in Sachen Fortbildung. „Nicht nur als Ausbilder muss ich immer auf dem neuesten Stand sein.“

Die neuen Meisterkurse beginnen im Herbst in Nienburg und Sulingen. Im Allgemeinen sind die Seminare einmal wöchentlich in den Seminarräumen der Grünen Zentren. Wenige Plätze sind noch frei. Interessenten wenden sich an den Bildungsbeauftragten Carsten Kühlcke, Bezirksstelle Nienburg, Tel. 0 50 21/ 97 40 14 8. · ps

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