„Ein eindeutiger Alleingang der WG“

Rat der Gemeinde Drakenburg und Verwaltung distanzieren sich von Schmidt-Vorgehen

„Ein eindeutiger Alleingang der WG“

112.11.09|NienburgFacebook
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Nienburg - DRAKENBURG (hen) · „Wunden noch nicht verheilt“ – unter diesem Titel berichteten wir kürzlich über den Stand der Dinge nach dem Großbrand am 19. Juli bei der Firma „Weser-Recycling“ in Drakenburg.

Deren Geschäftsführer Ralf Pasewald hatte rund 100 Tage nach dem Ereignis auf Nachfrage dieser Zeitung unter anderem mitgeteilt, dass er am heutigen Donnerstag als Referent bei einem „Bürgerstammtisch“ (20 Uhr im Gasthaus Siemer in Rohrsen) auftrete, um Einwohner-Fragen hinsichtlich der Zukunft seiner Firma zu beantworten.

Detlef Meyer als Bürgermeister der Samtgemeinde Heemsen und Gemeindedirektor in Drakenburg, Rainer Petersen, Fachbereichsleiter Bürgerservice der Samtgemeinde, Wolfgang Rösler, Sprecher der SPD-Fraktion im Rat Drakenburg, sowie Jochen Blask aus der CDU-Fraktion des Ortsrats Drakenburg trafen sich am Dienstag im Rathaus in Rohrsen. Sie legen Wert auf die Feststellung, dass der heutige „Bürgerstammtisch“ „nicht in Abstimmung mit der Verwaltung der Samtgemeinde“ organisiert worden sei. Frank Pasewald sei über Burkhard Schmidt, einem von zwei Mitgliedern der Wählergemeinschaft (WG) im Drakenburger Rat, an den Auftritt beim regelmäßig von der WG initiierten „Bürgerstammtisch“ gelangt.

„Herr Schmidt ist vorgeprescht. Es handelt sich klar um einen Alleingang der WG“, so Rösler. Kritik am Vorgehen Schmidts äußerte auch Jochen Blask, der es insbesondere „nicht nachvollziehen“ könne, dass der WG-Ratsherr öffentliche Kritik am Einsatz der Feuerwehrleute während der fast viertägigen Brandbekämpfung im Juli geäußert hatte. Rainer Petersen schob nach, dass Ratsmitglied Schmidt der Verwaltung schlechte Arbeit und „sogar ein Verschleppen der Angelegenheit“ unterstellt habe.

„Das ist völliger Quatsch“, so Petersen: „Die Informati-

nSitzungs-Brisanz

nam Montag ?

on der Bürger ist während des Brandes über alle Medien perfekt gelaufen.“ Zum Vorwurf Schmidts, dass die angestrebte Info-Veranstaltung für die Bürger unter Beteiligung aller Fachleute (Gewerbeaufsichtsamt, Landkreis) noch nicht erfolgt sei, erklärten sowohl Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer als auch Fachbereichsleiter Petersen: „So lange wir nicht alle Fakten der Untersuchungen schriftlich vorliegen haben, macht das absolut keinen Sinn.“

„Solche Untersuchungs-Prozesse dauern halt“, wissen auch Rösler und Blask, deren Fraktionen im Drakenburger Rat „eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit zum Wohle der Allgemeinheit“ pflegten, während insbesondere WG-Mitglied Burkhard Schmidt in Sachen Gemeinwohl „kontraproduktiv“ arbeite. „Es geht uns immer nur um die Sache“, so Rösler. Und Blask ergänzte: „Eigentlich bräuchten wir keine Parteien.“

Detlef Meyer erklärte, dass die Samtgemeinde wegen des Brandes im örtlichen Betrieb und der Verantwortung für den Brandschutz rund 92 000 Euro an Kosten zu schlucken habe. „Eigens deshalb haben wir einen Nachtragshaushalt beschließen müssen“, so der Verwaltungs-Chef. Er hofft auf eine Reduzierung dieses Betrags: „Die Versicherung der Firma hat eine Teil-Erstattung in Aussicht gestellt.“

Brisanz könnte nun eine „außerordentliche Ratssitzung“ am Montag, 16. November, ab 20 Uhr im Hotel und Gasthof „Am Weserwehr“ in Drakenburg bekommen. „Diese Sitzung hat Herr Schmidt wegen seines Antrags zum Brand bei der Firma Weser-Recycling über die Kommunalaufsicht erzwungen“, so die Ratsmitglieder Rösler und Blask. Sie und auch Rainer Petersen rechnen bei dieser Sitzung mit dem Erscheinen der Führung der Kreis-Feuerwehr. „Die reagieren bestimmt auf die von Burkhard Schmidt öffentlich geäußerte Kritik an der Arbeit der bei diesem Brand im Juli beteiligten Einsatz-Kräfte“, so die Einschätzung.

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