Hoya - Im Kulturzentrum Hoya, der gut gefüllten alten Martinskirche, drängten sich am Sonnabend Bürger, Honoratioren und Gäste der Stadt Hoya. Auf den Tischen lagen kleine Mauersteinchen, nicht größer als eine Streichholzschachtel. Es sind Steine aus der abzureißenden Grundschule, die als Andenken an das alte Gebäude fungieren sollen. Die alte und die noch zu bauende Schule waren das Hauptthema der Veranstaltung.

© Foto: Bers
Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner. ·
Stadtdirektor Detlef Meyer schaute in seiner Eröffnungsansprache zufrieden auf 2011 zurück. Die Fusion der Grafschaft Hoya mit Eystrup hat sich bewährt, und er ist „stolz darauf, Samtgemeindebürgermeister dieser neuen, großen und interessanten Samtgemeinde Grafschaft Hoya zu sein“. Für Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner sind die Aussichten für 2012 bedeutender als eine Rückschau. Sie weiß, sie hat viel vor sich. Der Neubau der Grundschule liegt ihr als dortige Lehrerin besonders am Herzen, aber auch die Neugestaltung des Bürgerparks, der Wiederaufbau des historischen Hauses Deichstraße 18, die Hochwassersicherung und eine endgültige Regelung der Verkehrssituation auf der Ampelkreuzung Weserstraße/Bücker Straße. Ein Kreisel soll endlich her, doch die Entscheidung liegt beim Landes-Straßenbauamt. Vieles auf dieser Liste wird Jahre dauern, doch „wichtig ist, dass der Stein ins Rollen gebracht wurde“.
Horst Burmester vom Architekturbüro „Das Syndikat“ aus Bruchhausen-Vilsen stellte das Bauprojekt Grundschule vor. Doch die absoluten Stars des Nachmittags waren die Grundschüler Hoyas, die in einer hinreißenden Modenschau die Schul- Freizeitbekleidung der vergangenen hundert Jahre vorführten und sich singend von ihrer Schule verabschiedeten.
Das Schlusswort der Redner fiel wie immer Pastor Andreas Ruh zu. Mit mitreißender Rhetorik und einem gehörigen Schuss Ironie sprach er zu den „Vorsitzenden und Nachsitzenden, Meinungsmachern und Widersachern“ – vor allem aber zu denen, die das Vereinsleben in Hoya prägen, denn: „Turner, Sänger und Schützen sind der Stadt Hoya Stützen.“ Ihre bürgerlichen Werte, ihr Zeitaufwand und ihr Engagement gäben der Stadt ein Immunsystem gegen Krisen.
Pastor Ruh sparte nicht an kleinen Spitzen gegen die große Politik: Er sei zufrieden mit einer Stadt, die mit dem Neubau der Grundschule in die Zukunft investiere und sich das dank einer soliden Finanzpolitik auch leisten könne. Würde man eine Ratingagentur fragen, bekäme Hoya „tripple A“, und wenn man die Schule nicht bauen müsste, „dann hätten wir vielleicht Griechenland kaufen können. Und die Stadt Bremerhaven hätten wir noch dazugekriegt.“ Und auch der niedersächsische Innenminister bekam sein Fett weg: „Der weiß nun, was er an der Stadt Hoya hat: eine Bürgerschaft, die gegen eine unmenschliche Behandlung aufsteht, die nicht sagt: Gut dass ich nicht weiß, wie Politik gemacht wird und was in die Wurst kommt.“ · Bers
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