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„Der Fall Nguyen hat eine Diskussion ausgelöst“ / Verwaltung und Stadt Hoya danken Unterstützern für ihr Engagement

Verwaltung und Stadt Hoya danken Unterstützern für ihr Engagement

„Der Fall Nguyen hat eine Diskussion ausgelöst“

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Hoya - „Sie gehören zu Hoya“, sagte Detlef Meyer an Thi Sang Nguyen gewand. Der Samtgemeindebürgermeister hat gestern die Mitglieder des Unterstützerkreises der zwischenzeitlich abgeschobenen vietnamesischen Familie ins Rathaus geladen, um ihnen für ihr Engagement zu danken, und um Nguyens offiziell zurück in Hoya willkommen zu heißen.

Thi Sang Nguyen verfolgte das Treffen ruhig und zurückhaltend. Ihr war nicht anzusehen, wie aufreibend die Monate der Abschiebung waren. Sie war stellvertretend für ihre gesamte Familie erschienen, und auch nicht alle Unterstützer hatten die Zeit gefunden, ins Rathaus zu kommen. Die Anwesenden ließen die vergangenen Jahre Revue passieren – Momente der Bestürzung und der Mutlosigkeit, Momente der Hoffnung und der Freude.

Bürgermeisterin Anne Wasner sagte, sie habe nie geglaubt, dass die Familie Deutschland verlassen muss, „weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass so eine Ungerechtigkeit passiert“. Und obwohl die Nguyens im November doch abgeschoben worden waren, so fand ihre Geschichte mit der Rückholung ein für sie gutes Ende.

Die Familie ist wieder in Hoya

zurück

vor

„Seitdem die Familie wieder hier ist, geht der Blick auch zurück auf die vergangenen sechs Jahre“, sagte Pastor Andreas Ruh. Er erinnerte sich ans Jahr 2006, an die Zeit des Kirchenasyls der Familie. Zunächst habe er nicht geglaubt, dass es nötig sei. „Wir leben doch in einem Rechtsstaat, dachte ich. Aber als dann die Polizei in der Kirche war, habe ich gedacht: Wenn das der Rechtsstaat ist, dann verstehe ich ihn nicht mehr. Denn hier wird eine Familie entwurzelt – und zwar ohne Grund.“

Dass Nguyens dann Jahre später doch abgeschoben wurden, sei ein Schock gewesen. „Uns davon zu erholen, war wohl das Entscheidende“, sagte Ruh.

Auch Detlef Meyer lobte, dass viele Menschen über Jahre viele kleine Schritte getan und die Dinge vorangetrieben haben. „Ich freue mich, dass man hier so starke, kreative Menschen hat. Und das Schöne ist, wenn sich dann auch was verändert.“ Denn verändert hat sich die Situation auch für weitere Flüchtlingsfamilien. „Der Fall Nguyen hat eine Diskussion ausgelöst“, sagte Andreas Ruh, und Anne Wasner ergänzte, die Härtefall-Kommission des Landes habe nun klarere Regeln bekommen, und bei der behördlichen Zusammenarbeit gebe es mehr Transparenz.

Trotz aller Freude über die Rückkehr der Familie konnte Jürgen Krebs seinen Ärger über die Behörden, insbesondere das Niedersächsische Innenministerium, nicht ganz vergessen. Als Arbeitgeber von Min Tuong Nguyen hatte er zwölf Jahre mit ihnen zu tun.

Versöhnlich hingegen gab sich Kirchenvorstandsvorsitzende Renate Paul. „Das habt ihr toll gemacht“, sagte sie an die versammelten Unterstützer gewandt. · mwe

Rubriklistenbild: © dpa

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