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Versuch einer Versöhnung bis die Tulpen fliegen

Französische Beziehungskomödie „Der Gott des Gemetzels“ in Espelkamp

Versuch einer Versöhnung bis die Tulpen fliegen

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Rahden - ESPELKAMP · „Kinder, streitet euch nicht, nehmt euch lieber ein gutes Beispiel an euren Eltern!“ – Die Erwachsenen in dem Schauspiel „Der Gott des Gemetzels“, das am Sonntag, 15. Januar, ab 18 Uhr, im Neuen Theater Espelkamp zu sehen ist, geben eher ein schlechtes Beispiel für Deeskalation ab.

Warum er die Bücher föhnt? Weil seine Frau einen schwachen Magen hat. ·

© Foto: Neues Theater

Warum er die Bücher föhnt? Weil seine Frau einen schwachen Magen hat. ·

Auch wenn der kriegerische Titel der Komödie eher auf ein Drama schließen lässt und zunächst für Irritationen sorgen mag, so findet er im Laufe des Theaterabends seine Berechtigung.

Bekannt für ihren unverwechselbar doppelbödigen Dialog-Schlagabtausch und fiese Sticheleien ist der französischen Autorin Yasmina Reza mit „Der Gott des Gemetzels“ ein wahres Glanzstück der bitterbösen Komik gelungen. Bereits an 79 deutschsprachigen Bühnen erlebten die Zuschauer den humorvoll-tragischen Leckerbissen. Der Erfolg auf der Bühne bereitete sogar den Weg für die filmische Umsetzung. die unter der Regie von Roman Polanski mit einer Starbesetzung Ende 2011 in den deutschen Kinos angelaufen ist. In einer Produktion des Theaters im Rathaus Essen ist die Tournee-Fassung des Euro-Studio Landgraf jetzt auf der Espelkamper Bühne zu sehen.

Manchmal genügt ein fehlender Kosakenzipfel, wie etwa in dem berühmten Loriot-Sketch, um ein Abendessen zwischen befreundeten Ehepaaren entgleiten zu lassen. Bei Yasmina Reza geht es allerdings noch härter zu. Eigentlich ist das Schlimmste schon geschehen: Ferdinand hat seinem Mitschüler Bruno zwei Zähne ausgeschlagen. Eine Schulklopperei der etwas härteren Gangart.

Die beiden Elternpaare Alain (Matthias Fuhrmeister) und Annette (Anna Stieblich) mit Veronique (Jacqueline Macaulay) und Michael (Adnan Maral) treffen sich bei Kaffee und Kuchen, um in aller Ruhe und in zivilisierter Weise den Streit ihrer Söhne zu schlichten. Doch die friedliche Atmosphäre täuscht. Die Fassade der bürgerlichen Konversation bröckelt zusehends, und nachdem der Gott des Gemetzels erst einmal entfesselt ist, entblößen die Vier ihre wahre Natur und offenbaren ihre Kleingeistigkeit und ihre Ängste in kindischem Gebaren.

Das eigentliche Ziel des Treffens wird restlos aus den Augen verloren. Am Ende sind alle k.o., ein Handy ist ertränkt, zwei Tulpensträuße sind zerfetzt. Aus dem geplanten Friedensgipfel wird eine handfeste Zimmerschlacht. Ganz so, wie man es von Erwachsenen (nicht) erwartet.

Eintrittskarten sind noch erhältlich in der Geschäftsstelle des Volksbildungswerks Espelkamp, im Kulturbüro im Bürgerhaus, Wilhelm-Kern-Platz 14, Telefon 05772/562185 oder 562161, sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen, unter anderem in der Buchhandlung Lienstädt & Schürmann, Breslauer Straße 34 in Espelkamp. Die Abendkasse ist ab 17.30 Uhr, das Theater ab 17 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen zum Programm sowie zur Onlinebuchung finden sich auf der Internetseite des Neuen Theaters.

http://www.neues-theater-espelkamp.de.

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