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Als stille Statisten auf hunderten Hochzeitsfotos

Der gelernte Steinmetz Andreas Reiss aus Rahden betreibt einen Limousinenservice

Als stille Statisten auf hunderten Hochzeitsfotos

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Rahden - Wenn Andreas Reiss aus Rahden zur Arbeit fährt, verdreht er so mancher Frau und so manchem Mann den Kopf. Die Fahrzeuge, an denen die Augen der Passanten hängen bleiben und die ein Hinterherschauen fast garantieren, sind alles andere als alltäglich – genau so wie die Anlässe, zu denen sie bestellt werden. Reiss betreibt den Limousinenservice „R2-Limos“.

Wenn Andreas Reiss (32) mit dem Chrysler 300C zur Arbeit fährt, sind ihm die Blicke der Passanten gewiss. ·

© Foto: R2-Limos

Wenn Andreas Reiss (32) mit dem Chrysler 300C zur Arbeit fährt, sind ihm die Blicke der Passanten gewiss. ·

Zum Fuhrpark gehören zwei Stretchlimousinen: ein Chrysler 300C sowie ein Chrysler 300C Phantom (beide Baujahr 2009). Auf 22-Zoll-Alufelgen rollen die 8,80 Meter langen Nobelkarossen durch die Gegend.

Ein Limousinenservice sei schon immer sein Traum gewesen, sagt der 32-jährige Familienvater. Zusammen mit einem Freund schaffte er vor Jahren eine Lincoln-Limousine an – „Das macht erstmal jeder so.“ –, nach deren Verkauf Reiss auf die noblen Chrysler-Karossen umstieg. „Die Phantom ist einmalig in Deutschland“, erklärt der in Sankt Petersburg geborene Geschäftsmann, der zum gewerblichen Fahren der edlen Boliden einen Führerschein der Klasse B sowie einen Personenbeförderungsschein benötigt.

Wenn andere feiern, muss er als Chauffeur arbeiten. Das Hauptgeschäft machen Hochzeiten aus. Auf wie vielen Hochzeitsfotos seine Autos schon zu sehen sind? „Hunderte“, schätzt der Rahdener grob. Seine Aufträge führen ihn meist etwas weiter weg von der Auestadt. „Hier wird nicht so viel geheiratet“, bohrt Reiss eine verbale Nadel in jedes Standesbeamten- und Demografieforscher-Herz.

„Auf eine vernünftige

Fahrweise kommt es an“

Dieses Jahr beginnt die Hochzeitssaison früh, die ersten Aufträge für Februar stehen in Reiss‘ Kalender. Normalerweise stehen die Räder von April bis Oktober nicht still. Hinzu kommen unzählige Junggesellenabschiede, Disko-Fahrten oder Abende, an denen die Fahrten in den langen „Kutschen“ als Geburtstagsüberraschungen dienen.

Worauf es beim Bringen und Abholen der Passagiere ankommt? „Auf eine vernünftige Fahrweise“, weiß Reiss, der nicht nur im Vorfeld den persönlichen Kontakt zu seinen Gästen schätzt. „Man muss einfach schön akkurat fahren, schließlich wollen die Leute im Auto auch mal ein Glas Sekt trinken.“ Es wäre ihm unverzeihlich, wenn der Inhalt der Gläser auf der Garderobe der Gäste oder sonstwo im Inneren der aus Kalifornien importierten Karossen landen würde.

Meistens kutschiert der 32-Jährige die Stretchlimousinen und ihre Insassen am Wochenende durch die Weltgeschichte. Unter der Woche arbeitet er als gelernter Steinmetz in Melle. Und am Sonntag ? „Da ist Familientag – der ist mir heilig“, sagt der Workaholic. · kap

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