Rahden - Von wegen politikverdrossen: Schüler der elften und zwölften Klassen des Rahdener Gymnasiums arbeiten derzeit an einem Kartenspiel mit dem Namen „PoliTricks“. „Arbeiten“ ist auch genau das richtige Wort, denn für die Entwicklung des Satire-Spiels beteiligen sich die Gymnasiasten ein Jahr lang an dem erstmals 1994 gestarteten Projekt „Juniorunternehmen“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. „Politimania“ lautet der Name ihrer Firma.

© Foto: Pröpper
Das Juniorunternehmen „Politimania“ lädt bald zu einer Partie „PoliTricks“ ein (v.l.): Manuel Bahnemann, Frederik Niemann, Lennart Vogt, Tim Oliver Kaufmann, Finn Rohrbeck, Andrea Rabe, Janet Lusmöller, Jasmin Plewka, Jonas Schmidt, Kira Lippmann und Markus Luttermann (am Laptop). ·
Ein Spiel rund um berühmte Politiker also. Auf den Karten – die es bislang nur als Entwurf im Computer gibt – finden sich Portraits nationaler und internationaler Politiker. Kanzlerin Angela Merkel ist genau so vertreten wie Konrad Adenauer.
Dass später deutsche und internationale Politiker auf der Hand liegen, hat aus Sicht der Schüler einen Grund: Das Spiel soll zeitlos sein. Die politische Landschaft aber könne ja nach Wahlen anders aussehen.
Demnächst soll das Spiel erhältlich sein. Die Gymnasiasten wollen eine örtliche Druckerei mit der Fertigung der Karten beauftragen.
Als Aufgabe müssen beispielsweise alle Politiker einer Partei, bestimmte Politiker-Gruppen oder Motive gesammelt werden. Und dann gibt es noch Sonderaktions-Karten, die den Spieler mit bekannten politischen Begriffen konfrontieren – von der Minderheitsregierung bis zur Plagiats-Affäre.
Die Spielweise, so Vogt, erinnere an das bekannte Gesellschaftsvergnügen „Phase 10“, jedoch seien die Regeln stark abgewandelt. Entworfen, entwickelt und produziert wird das Spiel von den Schülern, die dazu – ganz wie in einem richtigen Unternehmen – die Abteilungen Design (Markus Luttermann), Marketing (Manuel Bahnemann, Jasmin Plewka und Kira Lippmann), Finanzen (Janet Lusmöller und Tim Oliver Kaufmann), Verwaltung (Andrea Rabe und Finn Rohrbeck), Geschäftsführung (Finn Rohrbeck und Lennart Vogt) und Technik (Jonas Schmidt und Frederik Niemann) besetzt haben. Ihr Ziel: „PoliTricks“ mit vereinten Kräften auf den Markt bringen.
Als Startkapital stehen den Rahdener Jungunternehmern 900 Euro zur Verfügung. Die 90 Anteilsscheine zu je zehn Euro sind schon fast vergriffen. Mit dem Geld könne das Produkt entwickelt und marktfertig gemacht werden, erklärten Vogt und sein Team. Mit Rat und Tat steht ihnen Lehrer Achim Brünger zur Seite.
Mit der Entwicklung von Gesellschaftsspielen haben Rahdener Gymnasiasten schon etwas Erfahrung. Vor einiger Zeit entstand an der Bildungseinrichtung das „Mühlenkreisspiel“, dass unter anderem auf dem Leverner Weihnachtsmarkt angeboten wurde. · kap
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