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„Da muss man auch mal auf den Putz hauen“

DSL: Bürgerinitiative und Gewerbeverein wollen an einem Strang ziehen

„Da muss man auch mal auf den Putz hauen“

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Wehdem - Von Melanie RussWettbewerb tut gut und kann zu Höchstleistungen antreiben – auch zwischen den einzelnen Stemweder Ortschaften. Doch wenn es um die grundlegenden Bedürfnisse einer Gemeinde geht, müssen alle an einem Strang ziehen. Nur so können sie etwas erreichen. In welchen Bereichen eine Kooperation sinnvoll und notwendig ist, darüber diskutierte die Bürgerinitiative „Leben in Wehdem“ am Mittwochabend im Heimathaus mit Mitgliedern des Gewerbevereins Stemwede. An der Spitze der drängenden Themen steht das schnelle Internet.

Adolf Ey, Vorsitzender des Gewerbevereins, diskutierte mit der Bürgerinitiative „Leben in Wehdem“ über Möglichkeiten, Stemwede mit schnellem Internet auszustatten. ·

© Foto: Russ

Adolf Ey, Vorsitzender des Gewerbevereins, diskutierte mit der Bürgerinitiative „Leben in Wehdem“ über Möglichkeiten, Stemwede mit schnellem Internet auszustatten. ·

Adolf Ey, Vorsitzender des Gewerbevereins, begrüßte die Einladung der Bürgerinitiative und bekräftigte den Wunsch der Gewerbetreibenden, mit den einzelnen Ortsteilen eng zusammenzuarbeiten. Ausdrücklich lobte er, dass sich die Bürger verstärkt mit der Gestaltung und Entwicklung ihrer Orte beschäftigen. Gern würde er davon noch etwas mehr sehen. „Die Bürger sollten dem Gemeinderat mit Rat und Tat zur Seite stehen und wenn nötig auch Druck ausüben.“ Wenn ein brisantes Thema anstehe, müsse sich eine breite Diskussion entwickeln. Wer nur im Nachhinein über Entscheidungen des Rates schimpfe, mache es sich zu leicht, so Ey.

Bestimmend an diesem Abend war die langsame Internetverbindung – ein altes Thema, das an Brisanz nichts verloren hat, wie im Rahmen der Diskussion deutlich wurde. Für viele Unternehmen in Stemwede ist das Internet eine wichtige Lebensader, machte Michael Kopp, Vorsitzender der Bürgerinitiative deutlich. Viele Firmen tätigten ihre Geschäfte über das Internet. Gebe es über kurz oder lang keine schnellere Verbindung, zögen diese Firmen aus Stemwede weg.

„Bei diesem Thema müsste endlich mal Einheit demonstriert werden, vielleicht auch über einen überörtlichen Verein“, forderte Holger Brehme und regte an, dass der Gewerbeverein als Koordinator fungieren und Initiativen in den einzelnen Dorfgemeinschaften unterstützen könnte.

Der Vorsitzende Adolf Ey kennt sich mit diesem Thema bereits bestens aus. Zur Jahrtausendwende hat er es gemeinsam mit der Dielinger Runde geschafft, die Telekom zur Verlegung einer schnellen Internetleitung zu bewegen. „Wir haben von uns aus alle Bürger angesprochen. Am Ende haben wir der Telekom ein drei Zentimeter dickes Buch mit Anträgen übergeben“, berichtete Ey. Das machte Eindruck. Heute fließen die Daten in Dielingen durch eine 16 000er-Leitung – Zustände, von denen die Menschen in Oppenwehe derzeit nur träumen können.

Die Situation in Stemwede könne sich nur verbessern, wenn man der Telekom mit guten Argumenten Geschäfte in Aussicht stelle oder selber Geld für Leitungen in die Hand nehme, ist Ey überzeugt. Sinnvoll sei es vielleicht auch, etwa bei der RWE anzufragen, ob sie in Stemwede bereits Glasfaserkabel verlegt hat, auf die man zurückgreifen könnte.

Michael Kopp, Vorsitzender der Wehdemer Bürgerinitiative, zeigte sich verwundert, dass die Telekom manche Gemeinde im Kreis extrem gut ausbaut, während sie andere links liegen lässt. Die Ursache vermutet er im mangelnden Engagement der Gemeindeverwaltung. Bürgermeister Gerd Rybak hatte zuletzt erklärt, dass seine Möglichkeiten ausgeschöpft seien. Kopp sieht das nicht so. Wenn die Telekom ihre Netze nicht in Ordnung bringe, müsse die Gemeinde auch mal die Konzessionsverträge mit dem Unternehmen infrage stellen. „Da muss man auch mal auf den Putz hauen“, forderte er mehr Durchsetzungskraft – auch wenn das die Gemeinde Geld koste. Gewerbevereins-Mitglied Rüdiger Vogt sieht darin bereits das Problem. „Wer hat in der Gemeinde denn das Rückgrat dazu?“, fragte er in den Raum – und erhielt keine Antwort.

Eine Initiative für schnelleres Internet könne man natürlich unter dem Dach des Gewerbevereins starten, bot Ey an. Allerdings müssten sich auch die betroffenen Bürger und Betriebe engagieren. „Es kann nicht sein, dass sich jemand um das Problem kümmert, der davon gar nicht betroffen ist“, machte Ey deutlich.

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