Pr. Ströhen - Fast unverändert startet der Landwirtschaftliche Ortsverband Pr. Ströhen mit seinem Vorsitzenden Werner Sander an der Spitze in das neue Jahr. Neben Wahlen beschäftigten Status Quo und Ausblick die Pr. Ströher Bauernschaft am Dienstag bei ihrer Jahreshauptversammlung im Gasthaus Bergmann.

© ksy
Vorsitzende Werner Sander (l.) verabschiedete Friedhelm Borcherding nach 15 Jahren aus seiner Funktion als Vertrauensmann. Sohn Carsten Borcherding (2.v.l.) wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Der Ortsverbandsvorsitzende Sander und Ortlandwirt Hermann Strathmann (2.v.r.) konnten Kreislandwirt Rainer Meyer (r.) als Gastreferent begrüßen. · Art
Vorsitzender Werner Sander wurde für drei Jahre in seinem Amt bestätigt, ebenso wie sein Stellvertreter Hermann Seeker, Kassierer Matthias Langhorst und Schriftführer Dietmar Spreen. Lediglich bei den Vertrauensleuten gab es mit Carsten Borcherding einen Wechsel. Er löst seinen Vater Friedhelm Borcherding ab, der nach 15-jähriger Amtszeit nicht mehr kandidierte. Werner Sander verabschiedete Borcherding Senior mit Worten des Dankes und einem Präsent.
Erwin Strathmann, Frank Bretthorst, Günter Langhorst, Wieze Klein Ovink, Wilfried Holste und Bernd Meier wurden als Vertrauensleute wiedergewählt. Auch Ortslandwirt Hermann Strathmann bestätigte die Versammlung in seiner Funktion. Als Delegierte werden Werner Sander, Hermann Seeker und Dietmar Spreen zu den Kreisverbandstagungen entsandt.
129 Mitgliedsbetriebe gehören zurzeit dem Pr. Ströher Ortsverband an. Zu der Zusammenkunft begrüßte Vorsitzender Werner Sander Kreislandwirt Rainer Meyer aus Bad Oeynhausen, der einen kritischen Blick auf die Entwicklungen der europaweiten Veränderungen in der Agrarpolitik warf. Die Reformpläne von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos und die Auswirkungen für die heimischen Bauern standen dabei im Mittelpunkt.
Zudem sehe die Kommission vor, Ausgleichszahlungen an so genannte „Vorrangflächen“ zu koppeln. In der Praxis sehe das so aus, dass sieben Prozent der Ackerfläche eines jeden Hofes nicht mehr für den Anbau landwirtschaftlicher Pflanzen zur Verfügung ständen. Zwar höre sich das in den Reformvorschlägen darstellte „Greening“ gut an, es müsse aber auch ein sinnvoller und gangbarer Weg eingeschlagen werden, so Meyer.
Ein weiteres Thema, dass den heimischen Landwirten Sorge bereitet, ist der so genannte Flächenfraß. Der Verbrauch durch Straßen- und Siedlungsbau, Gewerbegebiete, Infrastrukturprojekte und Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes stelle eine Gefahr für die Landwirtschaft und die gesamte Gesellschaft dar, warnte Werner Sander. „Die Ressource Boden ist unvermehrbar. Wir brauchen in der Öffentlichkeit und in der Politik ein neues Bewusstsein für den Wert unseres Bodens und neue Ansätze zum Schutz der Flächen.“ · Art
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