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Rahdener Feuerwehrfrauen und -männer ließen sich bei GlasMetall in Sielhorst in Sachen Photovoltaik weiter bilden

„Bloß nicht einfach am Kabel ziehen“

505.07.10|Stemwede/Rahden|Stemwede/Rahden|
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Artikel: „Bloß nicht einfach am Kabel ziehen“

Rahden - SIELHORST (km/pr) · Mal eben am Kabel ziehen und die einzelnen Photovoltaik-Elemente so aus dem Stromkreis zu entfernen – so einfach ist das nicht. Ein Lichtbogen könnte gefährlich werden. Das und vieles mehr haben gestern die etwa 60 Feuerwehrfrauen und -männer der Löschgruppen der Stadt Rahden bei einem Seminar der besonderen Art im Hause GlasMetall in Sielhorst erfahren. Aufgeteilt war es in einen theoretischen und einen praktischen Anschauungsteil.

Nach dem theoretischen Part übernahm Olaf Quade (l.) auch einen Teil des praktischen Unterrichts.

Nach dem theoretischen Part übernahm Olaf Quade (l.) auch einen Teil des praktischen Unterrichts.

Der stellvertretende Löschgruppenführer Sielhorst, Thorsten Hodde, sowie der stellvertretende Wehrführer der Stadtwehr Rahden, Carsten Kunter, hatten in Zusammenarbeit mit dem Gastgeber das Seminar vorbereitet. Die Anregung hatte die Geschäftsführung, vertreten durch Heiko Lesch und Wilfried Meier, gegeben. Das Referat hielt Olaf Quade, der im Anschluss daran auch zahlreiche Fragen aus den Reihen der Feuerwehrleute beantwortete.

Ihm sei wichtig gewesen, machte Lesch im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich, zum einen auf die Besonderheiten bei der Brandbekämpfung hinzuweisen, wenn Photovoltaikanlagen auf Dächern betroffen sind, zum anderen mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass die Feuerwehr gar nicht erst ausrücke, wenn solche Anlagen betroffen seien.

Bei diesem Lehrgang ist den Teilnehmern klar geworden, wo die Knackpunkte des Systems sind und wie man sie beherrschen kann, wenn man richtig vorgeht. Manchmal, so erfuhren sie von Quade, sei es besser, den Fachmann für solche Anlagen zu holen, ehe Falsches gemacht wird. Nur Elektriker in der Feuerwehr, möglichst mit einer ergänzenden Schulung an solchen Anlagen, könnten den externen Fachmann überflüssig machen.

Worauf konkret zu achten ist, machte Quade in seinem Vortrag deutlich. Vertieft wurde das später auch, als drei Gruppen, die aus den Teilnehmern gebildet wurden, sich einzelne Bereiche erläutern ließen. Auch Falschinformationen, die kolportiert werden, wurden von Quade richtig gestellt. Beispielsweise: Niemals mit Wasser löschen oder ein Haus besser abbrennen lassen.

Um in einem Ernstfall auf der sicheren Seite zu sein, sei es jedoch wichtig, eine „Hotline“ sofort und immer anrufen und von dort kompetente Antworten bekommen zu können. Auch das gut sichtbare Hinterlegen von Anlageplänen, beispielsweise in der Nähe der Sicherungen, sei wichtig.

Konkret wurde es, als nach Vortrag und Diskussion, die durchaus angeregt und sehr fachlich war, die drei Gruppen nacheinander in die Praxis eingewiesen wurden. Mit einer Scherenbühne ging es hinauf aufs Hallendach, wo die einzelnen Module in 14-er Ketten stehen. Hier wurden die wesentlichen Punkte, die im Brandfall zu beachten sind, ganz konkret gezeigt. Entsprechende Erläuterungen machten klar, welche Folgen falschen Vorgehen für die Feuerwehrmänner haben kann. Weitere Stationen waren der Verlauf der Leitungen und so genannte Wechselrichter. Zusätzlich wurden Versuche hinsichtlich des Lichteinfalls durchgeführt. Die Wehrfrauen und -männer waren sich einig, dass die Praxis die theoretischen Ausführungen noch untersetzten.

Bei einem kleinen Imbiss konnten erste Erfahrungen ausgetauscht werden. Wehrführer Dieter Meyer bedankte sich beim Unternehmen und dem Referenten für die Bereitschaft, die Feuerwehr weiter zu bilden. „Solche Veranstaltungen sind sehr wichtig für eine gute und sichere Feuerwehrarbeit“, sagte Meier. „Die Kameraden konnten viele neue Informationen gewinnen, welche die Unsicherheit im Bereich PV-Anlagen nehmen konnten.“

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