Rahden - Von Anja SchubertWird es in der Kirche hell genug sein? Werden die Kerzen ausreichen? Wird man die Dirigenten sehen und werden wir die Lieder mitsingen können? – Fragen, die Stefan Thünemann für das Wagnis „Musik bei Kerzenschein“ im Vorfeld ein wenig zittern ließen.

© Foto: Art
Martin Braune und Gustav-Adolf Lent beeindruckten mit klangvollen Soli.
Doch am Ende des gut anderthalbstündigen Konzertes des Seniorenposaunenchores Ostwestfalen in der St.-Johannis-Kirche konnte der Hausherr und Gemeindepfarrer stolz und ergriffen feststellen: „Ich denke, es ist hier heute etwas ganz besonderes wahr geworden.“
Im Wechsel, aber auch gemeinsam, untermalt mit herausragenden Soli von Martin Braune (Corno da Casa) und Gustav-Adolf Lent (Orgel) bewiesen beide Chöre, welch jahrzehntelange Spielerfahrung in jedem einzelnen Musiker steckt, einige Tausend Jahre mögen es insgesamt sein. Mit eingestreuten Lesungen sorgte Paul Gerhard Tegeler für Momente der Andacht in der fast völlig dunklen Kirche. Der Seniorenposaunenchor machte den musikinteressierten Gästen das Mitsingen nicht schwer.
Auch den beiden Dirigenten, Kirchenmusikdirektor Werner Benz, der 1999 den Gedanken zur Gründung des Seniorenposaunenchores aufgriff und umsetzte, sowie Gerhard Stötefalke, der vom Altarraum aus auch die Gesamtleitung übernahm, war die Hingabe an die Musik zum Lobe Gottes deutlich anzumerken. Der Blechbläserchor, der mit 50 Musikern bei der Gründung startete, hat sich über die Jahre zu einem rund 160 Mitglieder starken Chor mit Akteuren aus ganz OWL gemausert. Viel Herzblut stecken die Bläser in ihr Hobby, nehmen nicht nur zu den Konzerten, sondern auch zu den Proben regelmäßig weite Anfahrtswege in Kauf.
Das Konzert in St. Johannis wird Akteuren und Besuchern wohl noch lange in guter Erinnerung bleiben. Engagement und Können der Musiker wurde ebenso mit reichlichem Applaus belohnt, wie der Mut, mit der „Musik bei Kerzenschein“ atmosphärisches Neuland zu betreten.
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