Rahden - Am Rahdener Krankenhaus schreiten die Arbeiten zur Teleportalklinik voran. Seit kurzer Zeit erstrahlt die Radiologie in einem neuen Glanz. Rund zwei Millionen Euro haben die Mühlenkreiskliniken (MKK) sich den Umbau und neue Gerätschaften kosten lassen. Einen 16-Zeilen-Computertomographen (CT), ein konventionelles-digitales Röntgengerät und mehrere Auswertungs computer bilden seit einem Monat das Herzstück der modernen Radiologie, die ganz ohne klassische Röntgenbilder auskommt.

© Foto: Pröpper
„Ein Mensch sind 3,5 Gigabyte“: Prof. Dr. Wolf-Dieter Reinbold und Sabine Skubowius vor einem fertigen CT-Bild, das Ärzte dank digitaler Vernetzung in allen Krankenhäusern der MKK betrachten können. ·
Statt großformatiger Fotos bekommen die Patienten jetzt eine CD mit nach Hause, auf der sich alle Daten und Bilder befinden. Ein Archiv und eine Dunkelkammer mit Entwicklungs-Chemikalien müssen die Radiologie-Mitarbeiter nicht mehr führen. Alle alten Bilder wurden, beziehungsweise werden, digitalisiert.
„Ein Mensch sind 3,5 Gigabyte“, beschrieb MKK-Konzernradiologie Prof. Dr. Wolf-Dieter Reinbold gestern den Fortschritt. Die neue Radiologie sei im Vergleich zur alten ein „Unterschied wie Tag und Nacht“, erklärten Sabine Skubowius, medizinisch-technische Chef-Radiologieassistentin, und ihre Kollegin Martina Gerkens (MTA), die ihren renovierten und neu ausgerüsteten Arbeitsplatz zusammen mit Tanja Warda, Geschäftsführerin der Krankenhäuser Lübbecke und Rahden, und Dr. Michael Fantini, Ärztlicher Direktor der Krankenhäuser Lübbecke/Rahden, vorstellten.
Der größte Vorteil an den neuen Geräten sei neben erheblichen Synergie und Qualitätseffekten, dass kein Fachmann vor Ort sein müsse, um eine Diagnose zu stellen, erklärte Prof. Dr. Reinbold. Man müsse auch nicht mehr innerhalb der MKK die Spezialisten anfahren. So sei es nun möglich, dass eine kranke Person in Rahden geröngt werde, der Befund jedoch wenige Minuten später im Mindener Klinikum erstellt werde. „Und das rund um die Uhr“, so Reinbold, denn in Minden sei beispielsweise immer Oberarzt zugegen.
Das konventionell-digitale Röntgengerät stehe bisher nur in drei Standorten in Deutschland, erklärte Tanja Warda – an der Charité in Berlin, am Universitätsklinikum Ulm und eben im Krankenhaus Rahden. „Mit der Inbetriebnahme der beiden hochmodernen Geräte kommen unsere Patientinnen und Patienten in den Genuss einer optimalen Diagnostik, die so im weiten Umkreis ihresgleichen sucht“, so die Geschäftsführerin.
Eine Million Euro habe man für die neuen Geräte ausgegeben, die andere für den Umbau des Gebäudes, so Reinbold. So seien unter anderem Strahlenschutzmaßnahmen vorgenommen worden. Ein Teil der Summe stammt aus Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen zum Aufbau einer Teleportalklinik. · kap
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