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Wilhelm Evers hat mit Humor und Pragmatismus Brücken in der Politik gebaut

„Zusammenhalten!“

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Von Anke SeidelREHDEN · Das hätte der Maurer-Lehrling Wilhelm Evers nicht zu träumen gewagt, als er als Jugendlicher am Mauerwerk des Kreishauses Diepholz arbeitete: Hier als stellvertretender Landrat und Vorsitzender der Wirtschaftsförderungsgesellschaft wirken? Doch genau das hat er später als Kommunalpolitiker fast zwei Jahrzehnte lang getan.

Ehrenbürgermeister, Ehrenratsherr, Ehrenvorsitzender: Wilhelm Evers hat im Laufe seiner politischen Arbeit enorm viele Auszeichnungen gesammelt – auch im Vereinswesen. ·

© Foto: Seidel

Ehrenbürgermeister, Ehrenratsherr, Ehrenvorsitzender: Wilhelm Evers hat im Laufe seiner politischen Arbeit enorm viele Auszeichnungen gesammelt – auch im Vereinswesen. ·

Heute, an seinem 75. Geburtstag, blickt Evers auf vier Jahrzehnte engagierte Arbeit in der Kommunalpolitik zurück. Sein Motto und Markenzeichen: „Man muss zusammenhalten!“ Getreu diesem Wahlspruch hat Evers (CDU) entscheidende Weichen für Rehden gestellt. „1964 sollte ich schon in den Gemeinderat“, blickt der 75-Jährige auf sein erstes politisches Angebot zurück. Doch Beruf und Familie ließen dem Ehemann und dreifachen Vater dafür nicht genug Zeit.

Der gelernte Maurer widmete sich der Weiterbildung. Polier, Bautechniker, zweifacher Meister (Maurer sowie Beton- und Stahlbetonbau), geprüfter Betriebswirt und Geschäftsführer: Stufe für Stufe erklomm Evers die Karrierleiter. 30 Jahre war er Geschäftsführer der Firma Niemeier Beton und ebenso lange Mitglied im Überwachungsausschuss des Bundesverbandes Transportbeton Nord für Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen.

Ganz Norddeutschland und das überschaubare Rehden: Zwei Wirkungskreise, die Evers mit viel Humor und Pragmatismus unter einen Hut brachte. Der Brückenschlag dabei: Sein unstillbares Interesse an den Menschen, ihren Lebenswegen und ihren Schicksalen.

Die Lebenswelt der Rehdener Bürger gestaltete Evers ab 1968 mit. Er hatte sich endlich für die Wahlen zum Gemeinderat aufstellen lassen – und zog mit großer Mehrheit in das kleine Parlament ein, dem er 38 Jahre angehören sollte, davon stolze 17 als Bürgermeister. Von der Geburtsstunde der Samtgemeinde Rehden (1972) an wirkte er 34 Jahre im Samtgemeinderat, davon zwölf Jahre als Bürgermeister – bis zum Beginn der Eingleisigkeit 2002. Damals saß der CDU-Politiker bereits elf Jahre im Kreistag und war schon fünf Jahre stellvertretender Landrat. Insgesamt 15 Jahre füllte er diese Position aus, bevor er 2011 auf eigenen Wunsch ganz aus der Politik ausschied und auch den Vorsitz in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft zurückgab, in der er 18 Jahre gewirkt hatte.

Ehrenbürgermeister, Ehrenratsherr, Ehrenvorsitzender der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Träger des Bundesverdienstkreuzes: Die Liste der Würdigungen für den rührigen Rehdener ist ellenlang. Er schaut sie sich gern an, weil ihm die Arbeit für andere Spaß gemacht hat. Wer alle seine ehrenamtlichen Aufgaben – auch in Vereinen – auf einen Blick betrachtet, der ahnt es schon: „Ich kann schlecht Nein sagen“, schmunzelt Evers. Der gelernte Maurer ist ein Brückenbauer, vor allem in der Politik: „Ich schaue immer zuerst den Menschen an, erst dann kommt die Partei.“ Interessante Menschen habe er kennen gelernt – auch im Niedersächsischen Landkreistag, dem er 14 Jahre angehörte.

Welche Tipps würde er Nachwuchs-Politikern geben, wenn sie ihn fragen würden? „Politik muss ihre Arbeit ordentlich machen. Und man darf nicht mehr versprechen, als man meint halten zu können“, betont der 75-Jährige. Ebenso wichtig: „Nicht die anderen diffamieren! Dass die Fetzen fliegen, das wollen nur ein paar Bürger.“ Wenn man etwas bewegen wolle, müsse man ordentlich miteinander umgehen und verlässlich sein. „Nichts ist Schlimmer, als wenn Menschen Streit haben“, sagt Evers, „was da für Kraft verloren geht...“

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