Lahausen - Von Philipp Köster - Um 0.23 Uhr in der Nacht zu Sonntag rauscht der letzte Zug vorbei in Richtung Osnabrück, dann heißt es über Funk: „Schaltgruppe 1 und 2 erden.“ Minuten später hat die Bahnüberwachung die Oberleitungen für die Hauptgleise 1 und 2 vom Netz genommen.

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Ein überflüssiger Mast kann auch gleich mit weg.
Bahn frei für den Abriss des ersten Teilstücks der Lahauser Brücke. Gut eineinhalb Stunden haben oben jetzt die Mitarbeiter der Firma Möller & Essing Zeit, den ersten Teil des 105 Jahre alten Bauwerks anzuheben und nach rechts auszuschwenken. Die Zeit sitzt den Beteiligten im Nacken, denn schon vor 2.30 Uhr soll unten der nächste Güterzug vorbeifahren können.
Dann ist eine der vielen Sperrpausen vorbei, die für den Abriss der alten und die Installation der neuen Brücke notwendig sind. Doch Marko Nitsche vom Ingenieurbüro Professor Bellmer, das das aufwendige Weyher Projekt geplant hat, ist ganz entspannt. „Wir liegen gut in der Zeit“, sagt er, als die 43 Tonnen schwere Brücke am Haken des Krans langsam emporgehoben wird.
In ein paar Tagen ist dann der zweite, größere Teil des Brückenbauwerks dran. Das etwa 75 Tonnen schwere Stück überquert die Nebengleise 3 bis 5. Weil der Bahnverkehr von den Arbeiten nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen wird, kann die Demontage von morgens bis abends über die Bühne gehen, sagt Marko Nitsche.
Das zweite Stück, das noch auf dem Stützpfeiler und dem Widerlager im Osten ruht, werden die Abbruchspezialisten in acht mundgerechte Teile zerschweißen, diese werden dann abgehoben und abtransportiert.
Im Anschluss an die Demontage der Teile geht es schließlich dem Stützpfeiler an den Kragen, zwei Tage später verschwinden die Widerlager – dann ist das alte Lahauser Brückenbauwerk Geschichte, ehe im Mai die neue etwa 100 Tonne schwere neue Überquerung in einem Stück eingehängt werden soll.
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