330.06.10|Weyhe|Weyhe|1
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Melchiorshausen - Von Philipp Köster · Ramona Jüttner trauert um ihren Hund „Mambo“. Der elfjährige Gordon Setter ist allem Anschein nach vergiftet worden.

Die Melchiorshauserin Ramona Jüttner betrachtet Bilder von ihrem Hund „Mambo“. Der Gordon Setter ist vergiftet worden.
Am Mittwoch vergangener Woche geht die Melchiorhauserin wie jeden Tag mit ihrem Hund Gassi. Auf einem Feldweg hinter dem Sportplatz muss „Mambo“ in einem unbeobachteten Augenblick etwas gefressen haben, was ihn kurze Zeit später total umgehauen hat. „Ich konnte sehen, wie er innerhalb weniger Minuten immer mehr abgebaut hat.“
In einer Huchtinger Tierarztpraxis bekommt Ramona Jüttner die Diagnose: Ratten- oder ein starkes Pflanzengift muss zu einer hochgradigen Vergiftung des Körpers geführt haben. „Mambo“ bekommt ein Schmerzmittel und berappelt sich. Am Sonntag dann erneut der Rückfall.
Am Montag fährt Ramona Jüttner erneut in die Praxis, auf das Schlimmste vorbereitet. Und in der Tat ist der Hund so sehr geschwächt, dass er eingeschläfert werden muss. „Er hat sich noch gefreut, wohl weil er glaubte, es geht nach Hause, und sich richtig an mich gekuschelt“, sagt „Mambos“ Besitzerin.
Zur Traurigkeit gesellt sich bei ihr Wut. Wut über einen Zeitgenossen, der offenbar alle Hunde über einen Kamm schert und sie so sehr hasst, dass er vergiftete Köder verteilt. Und dabei einkalkuliert, dass sich auch kleine Kinder vergiften können. „Mambo“ war ein kinderlieber, ganz freundlicher Hund, sagt Ramona Jüttner. „Der Briefträger hat ihm immer Leckerlis mitgebracht.“
Das Schicksal des Gordon Setters ist in Melchiorshausen kein Einzelfall. Am Montag vergangener Woche hatte der Hund einer Nachbarin ebenfalls Gift gefressen, berichtet Jüttner. Das Tier habe 30 Stunden im Koma gelegen, sei aber inzwischen über den Berg.
Ramona Jüttner trauert um ihr „Familienmitglied“, mit dem sie morgens gesprochen hat, mit dem sie rausgegangen ist. 1 600 Euro hat sie in die vergebliche Behandlung des Hundes gesteckt, an deren Ende trotz aller Bemühungen nur die Todesspritze stand.
Sie möchte, dass dem Tierquäler das Handwerk gelegt wird. Sie hat sich bei der Polizei gemeldet, die nun ihrerseits Zeugen sucht: Wer beobachtet hat, wie jemand einen Köder zum Beispiel in Form eines Brötchens oder einer Wurst ausgelegt hat, möge sich beim Weyher Polizeirevier unter 0421/80 66 0 melden.

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