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Sicher ist: In Weyhe entsteht kein Atomkraftwerk

Dezernentin Reimers im Schulausschuss: Melchiorshauser Versorgung zu groß

Sicher ist: In Weyhe entsteht kein Atomkraftwerk

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Weyhe - Von Philipp KösterDie Schülerzahlen gehen nicht nur in Melchiorshausen zurück, sondern im gesamten Gemeindegebiet. Das war der Tenor der Ausführungen von Verwaltungsmitarbeiter Fabian von Weyhe auf der gut besuchten Schulausschusssitzung.

Die Melchiorshauser kämpfen. Wie hier vor ein paar Wochen vor Ort, so auch am Montag im Schulausschuss. · Archivfoto: Schritt

© ksy

Die Melchiorshauser kämpfen. Wie hier vor ein paar Wochen vor Ort, so auch am Montag im Schulausschuss. · Archivfoto: Schritt

Laut der der Gemeinde vorliegenden frischen Statistik mit Echt- und Prognosedaten gehen die Schülerzahlen in Weyhe zwischen 1998 und 2018 voraussichtlich um 529 Schüler auf 940 zurück – ein Minus von 36 Prozent. In Melchiorshausen beträgt der prognostizierte Rückgang sogar 42 Prozent (1998: 76, 2018: 44 Schüler). In diese Statistik sei unter anderem noch nicht eingearbeitet, dass jedes Kind einen Anspruch auf einen Platz in einer Ganztagsschule hat, sagte der Erste Gemeinderat Andreas Bovenschulte. Ohnehin sei die Gemeinde rechtlich verpflichtet, eine Prognose für einen Zeitraum von zehn Jahren abzugeben.

Dass die Schülerzahlen zurückgehen, unterstrich auch Dezernentin Ursula Reimers von der Landesschulbehörde. Das sei in Erichshof und Sudweyhe ebenfalls so. Und es gebe zwar laut Verordnung einen Richtwert von 24 Schülern pro Klasse, doch würden faktisch bis zu 28 Kinder unterrichtet. Reimers gab zu bedenken, dass die Versorgung in Melchiorshausen mit „komfortablen“ 113 Prozent zu groß sei. „Das sind elf Lehrerstunden mehr als der Schule zusteht.“ Sie könne darum nicht zusichern, dass auch fortan der jetzige erste Jahrgang mit seinen zehn Schülern in Mathematik und Deutsch allein und nicht wie sonst gemeinsam mit dem jetzigen zweiten Jahrgang unterrichtet werde.

Gleichwohl stellte sie in Aussicht, dass, wenn sich die Gemeinde als Schulträgerin für einen mindestens sechsjährigen Fortbestand der Grundschule entscheide, die Schulbehörde auch die seit Jahren unbesetzte Schulleiterstelle ausschreiben werde. „Erfahrungsgemäß ist das Interesse an Stellen an solch kleinen Schulen aber nicht groß.“

Der Schulelternratsvorsitzende Martin Lück bemühte Schützenhilfe von höherer Stelle: Kultusminister Bernd Althusmann habe auf dem CDU-Neujahrsempfang am Sonntag gesagt, er würde niemals eine Schule schließen wie klein sie auch sei. „Wenn man nicht zuständig ist, kann man das gut sagen. Wir werden auch nie ein Atomkraftwerk in Weyhe errichten“, konterte Bürgermeister-Stellvertreter Bovenschulte ironisch.

Lück erläuterte darüber hinaus, woher die knapp 1 900 Unterschriften pro Erhalt stammen. Von insgesamt 1 898 Unterzeichnern wohnen demnach 848 in Melchiorshausen, 782 in anderen Ortsteilen Weyhes und 268 im Umland. Es hätten sich somit 54 Prozent aller Melchiorshauser Wahlberechtigten auf den Listen eingetragen und sich für den Erhalt ausgesprochen.

Bevor der Rat für eine Schließung stimme, soll die Verwaltung nach dem Willen der Bürgerinitiative (BI) „Gemeinsam für Melchiorshausen“ offene Fragen zu den Themen Sanierung und Schülerzahlen beantworten. Einen entsprechenden Katalog übergab BI-Sprecher Bürgermeister Frank Lemmermann.

Das mit dem Katalog abgegebene Anschreiben enthält indes eine Formulierung, die darauf schließen lässt, dass sich die Melchiorshauser Eltern schon auf eine Schließung einstellen, auch wenn sie langfristiges Bekenntnis der Gemeinde für den Erhalt fordern. „Im tatsächlichen Falle einer Schulschließungs-Entscheidung bitten wir um einen für die jetzigen Schüler der GS menschlich fairen Übergang zu der oder den neuen Schulen.“ Die bestehende Vertrauenssicherheit besage, dass Kinder, die in Melchiorshausen eingeschult würden, dort die Grundschulzeit auch beenden können.

Bürgermeister Lemmermann sicherte zu, dass die Eltern vor einer Entscheidung – angestrebt für die Zeit vor Ostern – informiert würden. Und er betonte schon eingangs, dass das weder die Turn- noch die Schwimmhalle Gegenstand der Diskussion seien. Außerdem gebe es keinen Investor für das Grundstück.

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