Leeste - Die Schweizer Gruppe „Quastenflosser“ pflegt einen ganz besonderen Samba-stil. Er entsteht aus der eidgenössischen Tradition der „Guggenmusig“, die zur „Fasenacht“ erklingt und mit schrägen und schrillen Tönen die konventionellen Klangkörper auf dem Arm nimmt. Nach zwei Jahren kommen die Quastenflosser am Freitag, 10. Februar, um 20 Uhr wieder in die Leester Marienkirche.

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Die Schweizer „Quastenflosser“ bereichern im Februar den Bremer Samba-Karneval. Am Vorabend des Ereignisses spielen sie sich in der Marienkirche warm. · Archivfoto: Müller
Verpönt ist auf alle Fälle der 3/4-Takt, die Hitparade der Schlager und die volkstümliche Schunkelmusik. Gespielt wird gekonnt „neben“ der Note. Der Reiz des fetzigen Klangs entsteht aus der Kombination von Perkussionsinstrumenten, wie sie beim Samba vorkommen, und großen Blasinstrumenten. Dabei spielt, ähnlich wie beim Jazz, die Improvisationsfreude der Musiker eine wesentliche Rolle, vieles entsteht ganz spontan aus dem Moment heraus, was den Laienmusikern viel Können abverlangt, aber auch viel Spaß macht.
Der Begriff Guggenmusig stammt ursprünglich aus dem alemannischen Raum. Die Guggenmusig ist Bestandteil der Fasnacht in der Zentralschweiz. Im Schweizerdeutsch bezeichnet der Begriff „Gugge“ alle Arten von Blechblasinstrumenten. Typisch ist die Besetzung mit Trompete, Posaunen, Sousaphon und Saxofonen. Das rhythmische Grundgerüst liefert eine große Schlagzeugsektion.
Zur Guggenmusig gehört unabdingbar, dass die Musiker verkleidet und maskiert sind. Genauso ungewöhnlich wie ihr Namensvetter, der Urzeitfisch Quastenflosser, ist auch diese Gruppe mit rund 25 Frauen und Männern: In selbst geschneiderten Kostümen spielen die Quastenflosser einen laut Presseinfo unverwechselbaren, lebendigen und originellen Sound.
1997 war die seit etwa 25 Jahren bestehende Gruppe zum ersten Mal beim Bremer Karneval dabei – die erste Auslandsreise der Gruppe überhaupt.
Samba, Samba-Reggae, Bolero und andere lateinamerikanische Rhythmen sind eine Spezialität der Gruppe um den Maestro Oskar. Vor einigen Jahren entdeckten sie ihre Liebe für die osteuropäische Musik.
„Mit der besonderen Mischung der Rhythmen verschiedener Kulturen, die pralle Bläserfront der Trompeten, Posaunen und Saxofone, gepaart mit purer Lebensfreude und Lebensenergie, schaffen es die Quastenflosser einen musikalischen Schmelztiegel auf die Bühne zu bringen“, heißt es in einer Pressemitteilung.
In der Marienkirche steht am 10. Februar der dritte Auftritt an. Der Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden für die Furtwängler-Orgel gebeten. 2008 und 2010 wurde eine nicht unerhebliche Summe für die neuen Glocken eingespielt.
Im Anschluss an das Konzert gibt es wieder die Möglichkeit, mit den Musikern bei einem Glas Sekt ins Gespräch zu kommen.
Organisiert hat das Konzert der Weyher Gastspieler bei den Quastenflossern, Hans Knappe. Ermöglicht wurde das Konzert auch durch großzügiges Sponsoring der Weyher Kaufmannschaft und der Leester Werbegemeinschaft. Knappe ist seit acht Jahren Gastspieler, sowohl bei Auftritten in Deutschland, etwa beim Coburger Sambafestival, oder bei der Fasnacht in der Schweiz sowie bei anderen europäischen Auftritten und Mitorganisator des Bremer Samba-Karnevals. · ps
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