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Außergewöhnliche Seminarfahrt des kompletten Leester KGS-Abijahrgangs

Von Klassik bis Bauhaus

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Leeste - Eine außergewöhnliche Seminarfahrt hat die KGS Leeste für den kompletten Abijahrgang veranstaltet. Unter dem Motto „Weimar – ein deutscher Schicksalsort / Ein Lernort“ hat die Schule in der Kulturstadt sowohl mit acht Stiftungen als auch zahlreichen Forschungs- und Bildungseinrichtungen zusammengearbeitet und ein umfangreiches Besucherprogramm auf die Beine gestellt.

Zahlreiche Besichtigungen, Vorträge, Workshops und Theaterbesuche rundeten das intensive Programm der 84 Schüler des zwölften Jahrgangs in Weimar, Symbolort mit großer Vergangenheit zwischen Klassik und Bauhaus, zwischen Gedenkstätte Buchenwald und Schloss Ettersburg, ab.

Dieses Projekt hatten der KGS-Gymnasialzweigleiter Hajo Weber und der didaktische Leiter Wolfram Boberski insgesamt zwei Jahre lang vorbereitet. Unter anderem haben die Wartburg-Stiftung Eisenach, das Goethe-Theater Bad Lauchstädt sowie die Stiftung „Lernort Weimar“ und Stiftung „Weimarer Klassik“ (Referat Forschung und Bildung) mit der KGS kooperiert. Landesweit einmalig sei dieses Projekt, das gleichzeitig dazu dient, das Abitur vorzubereiten, sagen Boberski und Weber. Dafür hatte der Förderkreis der Schule rund 1000 Euro beigesteuert.

Untergebracht in der Europäischen Jugend-Bildungs- und Jugendbegegnungsstätte schwärmten die Schüler in vier Gruppen aus. Dabei legten sie die Forschungsschwerpunkte auf die Fächer Geschichte, Kunst und Deutsch.

Die Schüler Christopher Rzepka und Felix Motzler hatten einen geschichtlichen Schwerpunkt gewählt: Beide haben sich mit ihrer Gruppe viel länger als ihre Mitschüler etwa im Konzentrationslager Buchenwald aufgehalten. In den Sammlungen erfuhren sie mehr über medizinische Experimente, aber auch von Hierarchien unterschiedlicher Häftlingsgruppen. Häftlinge haben auch Möbel nachgebaut – etwa für das Haus von Schiller, der in Weimar das bekannte Stück Wilhelm Tell geschrieben hat. Felix Motzler habe gelernt, kritisch zu sein und Dinge stärker zu hinterfragen.

Schülerin Alice Taute haben die Seminare in der Bauhaus-Universität beeindruckt. Sie entschied sich für das Thema Fotografie. „Wir haben Bilder nachgestellt und mit Licht gemalt.“ Am besten habe ihr ein Vortrag einer Studentin gefallen, die Informationen aus erster Hand bot. Diese seien eine große Hilfe bei der Entscheidung für ein Studium, aber auch für den Studienort Weimar.

Die Schüler der beiden Deutschkurse haben außerdem einen Tag in Jena verbracht. Dort haben sich die Abiturienten im Romantikerhaus mit Frauen im Kreis der Frühromantiker beschäftigt und unterschiedliche Rollen der Zeit wahrgenommen: Hausfrau, Muse, Künstlerin. Jule Zander berichtete, dass sie und ihre Mitschüler viel über die Epoche gelernt hätten.

Der didaktische Leiter sagt, dass das Projekt deutlich macht, wie Wissen aus der Schule mit Anschauungsunterricht vernetzt werden kann. Außerdem könne beispielsweise kunstgeschichtliche Theorie besser begriffen werden. · sie

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