Den Blick nach vorn gerichtet

Edmund Irmers Tibet-Reise endet in Lhasa / Nächste Tour geht in die Schweiz

Den Blick nach vorn gerichtet

118.07.10|WeyheFacebook
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Weyhe - LEESTE (ei/yk) · Neben den Beerdigungskriterien der Tibeter hat Edmund Irmer während seiner mehrwöchigen Reise auch einiges über die tibetsche Medizin erfahren. „Die tibetische Medizin stellt ein umfassendes, komplexes System naturheilkundiger Diagnose- und Therapiemethoden dar“, sagt er.

Edmund Irmer begegnete diesen Pilgern rund um den Palast in Lhasa.

Edmund Irmer begegnete diesen Pilgern rund um den Palast in Lhasa.

Durch die Chinesen und deren Bau von Krankenhäusern hat sich die medizinische Versorgung zwar verbessert, dennoch aber beläuft sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Tibeter auf lediglich 55 bis 60 Jahre. „Für mich war eine tibetische medizinische Grundregel beeindruckend: Wenn Du Heilung suchst, frage Dich zuerst, ob Du in Zukunft bereit bist, die Ursachen Deiner Krankheit zu meiden.”

Irmer trat schließlich die Rückreise mit dem Zug entlang des Bramaputra entlang an. Bei den Einheimischen wird dieser Wasserlauf „der Fluss, der vom Himmel kommt” genannt. Endlich wieder zum Abschluss Lhasa für zwei Tage. „Vor allem das schöne, saubere, gemütliche und bewährte Ghanga-Hotel hat mich wieder.”

Am letzten Tag genoss Irmer noch einmal die Stadt: Den Blick auf den Lama-Palast und über die Stadt. „Ich wollte diesen Augenblick speichern. Für immer”, sagt er.

Der Rückflug von Lhasa nach Peking, rund 4 500 Kilometer, führt noch einmal über schneebedeckte Bergketten, eine Zwischenlandung gibt es in Chongonggoing, einer Stadt mit 34 Millionen Einwohnern. Irmer: „Größer als Shanghai und Peking. Sinnvoll und städtebaulich gekonnt in die Bergregion eingebaut, aber in der Größenordnung ein Wahnsinn.”

Den Rückflug erlebt Edmund Irmer von Peking bis Frankfurt problemlos. ,,Meine Gedanken sortieren sich. Nach hinten, aber auch nach vorn. „Der Blick nach vorn sagt mir, dass ich kein Touristen-Basis-Camp des Mount Everest besuchen werde, auch keine Reise mehr nach Kailash.” Stattdessen wird ihm klar, dass er noch einmal in die Schweiz reisen möchte. „Nach Zermatt, ans Matterhorn. Nach Grindelwald, mit dem Blick zum Eiger hinauf. Die Erinnerung an Heinrich Harrer nacherleben, und meinen Besuch in Tibet.”

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