230.05.10|Weyhe|Weyhe|1
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Weyhe (kra). Weniger Fluglärm über Stuhr und Weyhe: Die Deutsche Flugsicherung hat die Planungen für eine veränderte Abflugroute über dem sogenannten Wesertal konkretisiert und stellt damit bessere Bedingungen auch für die nördlichsten beiden Gemeinden des Landkreises Diepholz rascher als ursprünglich angenommen in Aussicht. „Wir gehen davon aus, dass die neue Route am 23. September in Kraft tritt,“ sagt Uwe Hummert von der Flugsicherung in Bremen.

© Mediengruppe Kreiszeitung/dpa
Startende Flugzeuge werden nach dem Abheben in Bremen künftig nicht mehr den engen Bogen über Brinkum fliegen, sondern weiter über Weyhe ausholen und dabei schnell an Höhe gewinnen.
Verkehrsmaschinen werden dann nach dem Abheben vom Flughafen Bremen ein wenig früher als bisher nach Süden einschwenken und dann nicht mehr den engen Bogen über Brinkum fliegen, sondern weiter ausholen und südlich von Weyhe die Region überqueren. Alles gehupft wie gesprungen? Statt Brinkumer Ortsrandlagen wäre dann eben die Melchiorshausener Ecke besonders betroffen? Nicht ganz! Auf ihrem erweiterten Bogen gewinnen die Düsenjets kräftig mehr an Höhe. Klartext: Sie werden auf dem Erdboden deutlich weniger laut wahrgenommen. Der Höhengewinn fällt bemerkenswert aus. „Beim Überfliegen Brinkums haben die Maschinen gegenwärtig noch eine Höhe von 1500 bis 2000 Meter“, sagt Fluglotse Hummert, „beim künftigen Überfliegen der südlichen Weyher Ortsteile dürften sie bereits spürbar über der Marke von 2500 Metern liegen“.
Was das für die Menschen in der Abflugschneise bedeutet, weiß Andreas Krüger vom Ressort Wirtschaft und Häfen der Hansestadt: „Eine längere Flugstrecke mit ordentlichem Höhengewinn führt tendenziell natürlich zu einer Entlastung.“ In welchem Rahmen sich die Flugzeuge künftig lautestärkemäßig bemerkbar machen, darüber liegen ihm allerdings wenige Hinweise vor. Messpunkte, zehn an der Zahl, sind lediglich im ganz nahen Umfeld des Flughafens eingerichtet. Am lautesten ist es etwa in Höhe des Roland-Centers. Dort sind im vergangenen Jahr Spitzenwerte von knapp 94 Dezibel aufgezeichnet worden. Allerdings überqueren die Jets das Einkaufszentrum lediglich in Höhen von 100 bis 200 Metern. „Wie hoch die Belastung künftig über Weyhe sein wird, kann frühestens ein paar Monate nach Einrichtung der neuen Route geklärt werden. Dafür müssten sämtliche örtlichen Gegebenheiten, auch die schallschluckende Geländebeschaffenheiten, einbezogen werden“, sagt Krüger, „auf jeden Fall dürfte sie spürbar unterhalb des Lärmpegels des allgemeinen Straßenverkehrs liegen“.
Allerdings werden künftig längst nicht alle An- und Abflüge am Weyher Himmel ausgeführt. Hintergrund: Jets pflegen immer gegen den Wind zu starten oder zu landen. Die Ortslagen zwischen Syke und Weyhe sind also nur betroffen, wenn der Wind aus östlichen Richtungen bläst, und das ist unterdurchschnittlich oft der Fall. „Gut 30 bis 33 Prozent aller Starts dürften über die Wesertalroute verlaufen“, sagt Hummert. Bei durchschnittlich hundert Starts täglich auf dem Bremer Flughafen also leicht auszurechnen, wie oft die östliche Abflugroute genutzt wird. Doch auch diese knapp drei Dutzend „Luftbewegungen“ werden nicht allesamt über Weyhe geführt. „Die Flüge nach Norden und Osten berühren die Gemeinde nicht“, heißt es bei der Flugsicherung.
Ein Übriges zur Lärmminderung leisten die Fluggesellschaften. Erst im März hat die niederländische KLM ihre Propeller-Maschinen der Marke Focker 50 gegen Düsenjets der Focker 70 ausgetauscht. Die Passagier-Kapazität ist dieselbe geblieben, der Lärmpegel gesunken.

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