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Michael Succow als Redner beim Diepholzer Moorsymposium in Ströhen

Die Vision des „Moorpapstes“

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Ströhen - Die Moore als Biosphärenreservat ist die Vision des „Moorpapstes“ alias Professor Michael Succow für die Diepholzer Moorniederung. Der renommierte Forscher aus Greifswald war zu Gast beim Diepholzer Moorsymposium am Donnerstag in Ströhen.

Der Ökonom Michael Succow bei der Podiumsdiskussion in Ströhen ·

Der Ökonom Michael Succow bei der Podiumsdiskussion in Ströhen ·

Succow hatte sich von der Lage vor Ort am Mittwoch ein Bild gemacht. Aufgrund der hohen Kompetenz des Europäischen Fachzentrums Moor und Klima (EFMK) und dem Potenzial an Menschen, „die der Natur verbunden sind und monetär gut dastehen“, sah Succow Projekte des Moorschutzes in der Region, trotz leerer kommunaler Kassen, in guten Händen.

„Nach meiner langjährigen Erfahrung ist ein Naturschützer immer ein Menschenfreund“, stellte er fest und plädierte für aktiven Naturschutz, um „lebenswerten Raum für Menschen zu erhalten“. Als stolzer Bauernsohn erinnerte er an eine Lebensweisheit seines Vaters: „Der kluge Mann denkt seiner Zeit voraus. Der Schlaukopf beutet sie gehörig aus, der Dummkopf stellt sich dagegen.“

„Jeder Wirtschaftszweig von heute muss sozialverträglich und nachhaltig produzieren“, wandte sich der Fachmann an die intensive Landwirtschaft. Auch die nächste Generation muss eingebunden werden, ist die Quintessenz der weiteren Ratschläge von Michael Succow. So solle man Kinder in die umgebende Natur führen, weniger in virtuelle Welten. Dem Fachmann zufolge sei es zudem wichtig, Stiftungen gründen, Allianzen mit Menschen einzugehen sowie den Mittelstand einzubinden.

Dass die Ziele des Moorschutzes und der Renaturierung nur durch die Einbeziehung der Menschen erreicht werden kann, darin waren sich die Experten einig. Überein stimmten sie auch darin, dass sich die Menschen mit ihrem seltenen Lebensraum identifizieren sollten und sich der Bedeutung dieses Lebensraumes für das Klima bewusst werden sollten.

Dr. Uwe Riecken vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) hörte die Idee eines Biosphärenreservats in der Diepholzer Moorniederung im Podium zum ersten Mal. Er plädierte für die kontinuierliche Weiterarbeit der Fachleute. Er befürwortete ferner das Großschutzgebiet unter Einbeziehung der Landwirtschaft und differenzierter abgestufter Nutzung.

Succow ging noch einen Schritt weiter: „Wenn Systeme aus der Landschaftsnutzung genommen werden, müssen ihre Funktionen erhalten bleiben. Äcker, die das Grundwasser verunreinigen, darf es nicht mehr geben.“

Neben dem Hauptvortrag von Succow rundeten weitere Fachbeiträge das Symposium ab. So sprach Dr. Annette Freibauer über die „Klimarelevanz von Mooren“, Professor Dr. Norbert Hölzel erläuterte die „Bewertung von Hochmoor-Renaturierungsmaßnahmen in der Diepholzer Moorniederung“. Die „Praktische Renaturierung von Hochmooren in der Diepholzer Moorniederung“ war indes das Thema von Friedhelm Niemeyer vom BUND Diepholzer Moorniederung. · sbb

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