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Global Davit stattet Schiffe mit Sicherheitssystemen aus – wie „Rainbow Warrior 3“ von Greenpeace

Technik aus Bassum auf den Weltmeeren

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Bassum - Von Anke SeidelFür Spektakuläre Aktionen ist die Umweltschutz-Organisation Greenpeace bekannt. Wenn die Aktivisten dafür ihre Einsatz-Boote vom Motorsegler „Rainbow Warrior 3“ zu Wasser lassen, dann vertrauen sie dabei auch auf Technik aus Bassum. Das Unternehmen Global Davit hat dafür eine spezielle Motorwinde entwickelt, die kurzer Zeit die Spulrichtung der Halteseile wechseln kann – enorm wichtig bei hohem Seegang.

Gewaltige Kräfte für den Einsatz auf den Weltmeeren: Spezielle Krananlagen produziert das Unternehmen Global Davit in Bassum. Das Foto zeigt Geschäftsführer Hans-Dieter Bergmann und Verkaufsleiter Volker Malowitz. ·

© Foto: Seidel

Gewaltige Kräfte für den Einsatz auf den Weltmeeren: Spezielle Krananlagen produziert das Unternehmen Global Davit in Bassum. Das Foto zeigt Geschäftsführer Hans-Dieter Bergmann und Verkaufsleiter Volker Malowitz. ·

Auf allen Weltmeeren ist Global Davit zu Hause. Denn das Unternehmen stattet sowohl Handels- als auch Passagier-Schiffe und Fähren mit Rettungssystemen aus – sprich speziellen Kransystemen für die Rettungsboote. Landratten kennen die Technik nur aus dem Fernsehen: Die Boote hängen in Seilen, die im Notfall über Kräne und Motorwinden zu Wasser gelassen werden.

Ein scheinbar einfaches Prinzip, das in der Praxis ausgefeilte Technik erfordert – speziell zugeschnitten auf jedes Schiff und seine Funktion. Neigungwinkel und Gewicht, die so genannten Tonnen-Meter, sind entscheidende Kriterien dafür, genauso die Personenzahl. Denn Rettungsboot ist nicht gleich Rettungsboot: „Die englische Sprache ist da genauer“, sagt Verkaufsleiter Volker Malowitz. „Sie unterscheidet zwischen Rescue-Boot und Life-Boot“, erläutert Firmengründer und Geschäftsführer Hans-Dieter Bergmann. Will heißen: Krantechnik aus Bassum sichert zum einen Rescue-Boote mit sechs Plätzen, beispielsweise für die schnelle Hilfe für Unfallopfer im Wasser; zum anderen Life-Boote, die über 150 Plätze verfügen. Auf solchen Boote gelangten die Passagiere der havarierten „Costa Concordia“ in Sicherheit – allerdings ohne Technik von Global Davit. Denn die „Costa Concordia“ gehört nicht zu den Schiffen, die das Bassumer Unternehmen ausgestattet hat.

Rund 4 200 Anlagen, so Volker Malowitz, habe Global Davit in den zwölf Jahren seit der Firmengründung verkauft. „Einmal im Jahr muss eine solche Anlage vom Hersteller oder einer autorisierten Firma gewartet werden“, erklärt Hans-Dieter Bergmann – und verweist auf 87 Service-Stationen rund um den Globus: Partnerfirmen, deren Mitarbeiter für diese Aufgabe geschult sind und das per Zertifikat belegen können.

Rettungstechnik aus Bassum reist mit, wenn die „Gorch Fock“ auf große Fahrt geht. Global Davit hat die Sicherungsanlagen für die beiden Rescue-Boote des Segelschulschiffs konstruiert – genauso wie für die auf dem Großsegler „Alexander von Humboldt II“. Beide verfügen über eine besondere Konstruktion: „Der Kran arm kann herunter gelassen werden“, erläutert Volker Malowitz. Denn Platz ist auf Segelschiffen ein wichtiger Faktor – auch auf der „Rainbow Warrior“, die über 1 300 Quadratmeter Segelfläche verfügt. Für das Greenpeace-Schiff hat die Fassmer-Werft in Brake die Stahlkran-Konstruktion gefertigt.

Rund 40 Mitarbeiter beschäftigt Global Davit – und produziert in Bassum nicht nur Rettungssysteme, sondern auch andere Krananlagen für Schiffe; Proviant- oder Ladekräne zum Beispiel, die Lasten von tausend Kilogramm bis zu acht Tonnen und mehr bewegen können. Für Schwimmbagger produzierte das Bassumer Unternehmen kürzlich spezielle Knickarm-Kräne mit einer Leistung von 400 Tonnen-Metern.

Per See- oder Luftfracht liefert Global Davit die Anlagen in die ganze Welt. „Wir können binnen zwei Tagen produzieren“, sagt Hans-Dieter Bergmann über Sicherungssysteme für Rescue-Boote. Blitz-Aufträge dafür bekommt das Unternehmen immer dann, wenn Behörden ein Schiff wegen Sicherheitsmängel nicht auslaufen lassen.

Verfünffacht hat sich seit der Gründung des Unternehmens die Fläche der Produktionshallen, heute 3 200 Quadratmeter groß. Hinzugekommen ist ein neues Aufgabengebiet: Die Offshore-Technik für Windkraftanlagen.

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