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„Wochenenden gibt es bei mir nicht“

Der Syker Arne Drescher ist in der Dominikanischen Republik / Tierforscher im Urwald / Völlig neue Erkenntnisse

„Wochenenden gibt es bei mir nicht“

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Syke - OVIEDO/DOM.-REP. (neu) · Nachts im Urwald? Mit GPS-Gerät und Kompass kein Problem. So trugen der Arne Drescher, seine Arbeitskollegen und die Gäste aus Haiti nur einige Schrammen sowie Mücken- und Wespenstiche davon. Der Syker absolviert gerade einen „anderen Dienst“ als Zivildienstersatz in der Dominikanischen Republik – Abenteuer inklusive.

Was machen die Leguane eigentlich, wenn Arne sie nicht gerade in der Hand hat. Darum geht es in einem der Projekte.

Was machen die Leguane eigentlich, wenn Arne sie nicht gerade in der Hand hat. Darum geht es in einem der Projekte.

Der 19-Jährige arbeitet für die Grupo Jaragua in Oviedo (wir berichteten). Die Organisation kümmert sich vor allem um die Nationalparks im Süden des Landes. „Und unsere Arbeit ist durchaus angesehen“, berichtet Drescher. Zuletzt seien andere Umweltorganisationen zu Gast gewesen, um sich zeigen zu lassen, wie die Grupo Jaragua arbeitet. „Von uns können andere noch was  lernen.“

Der ehemalige Schüler des Fachgymnasiums Syke und seine Arbeitskollegen zeigten den Gästen zum Beispiel ihre Baumschulen, die Lagune oder Bahia de las Aguilas – „Einen wunderschönen Strand“, wie Drescher erklärt. Der Süden der Dominikanischen Republik, wo auch Oviedo liegt, sei noch nicht touristisch erschlossen. Es gebe nur etwas Ökotourismus. „Die Natur ist sehr vielfältig und es gibt, gerade in den Nationalparks, vieles zu  entdecken.“

Das Kernstück von Dreschers Arbeit ist momentan aber die Telemetrie. Mit ihren zehn Peilsendern erforscht die Grupo Jaragua die Bewegungen der Iguanas (kleine Leguane). „Dazu mussten wir erst ihre Nester ausgraben und sie einfangen“, berichtet der 19-Jährige. Am Anfang hätte die Gruppe das Problem gehabt, dass die Sender schnell wieder abgefallen sind, weil die Iguanas, bald nachdem sie das Nest verlassen, ihre Haut wechseln. „Das Problem haben wir aber gelöst“, freut sich der Syker.

Jeden Tag schlagen sich Drescher und seine Kollegen durch dichteste Vegetation, um die Iguanas zu finden. Wege oder Ähnliches gibt es im Urwald nicht. Und einige der Reptilien haben die Tierforscher nach eineinhalb Wochen bereits einen Kilometer entfernt vom Nest gefunden. Die Batterie der Sender reicht für einen Monat.

Aber auch wenn der Peilsender die Position des Tieres anzeigt, bleibt es sehr schwierig, die Iguanas auch noch zu sichten. Diese sind sehr klein und haben in etwa die Farbe der Äste, auf denen sie meist sitzen – in bis zu 15 Metern Höhe.

„Abends komme ich dann mittlerweile erschöpft, verschwitzt und oft voller Dornen zurück, bin ziemlich ausgelastet“, berichtet Drescher. Alles für die Wissenschaft. „Dass ich hier im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit Weltwärts Tiere erforschen würde, habe nicht erwartet. Aber ich bin sehr glücklich.“

Erste Resultate hat die Gruppe auch schon vorzuweisen. „Wir haben zwei große Feinde der kleinen Iguanas ausfindig gemacht, wilde Katzen sowie die Schlangenart Haitiophis , die bisher als fast ausgestorben galt.“ Drescher berichtet von Kameras, die er und seine Kollegen rund um die Nester aufgestellt hätten. Fotos zeigen, wie die seltene Schlange ihren ganzen Kopf in die Löcher der Iguananester steckt, um sich ihr Futter zu  besorgen.

„Solche Fotos wurden bisher noch niemals von dieser Schlange gemacht, wir bewegen uns auf komplett unerforschtem Gebiet“, freut sich der 19-Jährige. „Und ich bin mit dabei, wie wir völlig neue Erkenntnisse. In Deutschland könnten zig Biologen ihre Diplomarbeiten über das schreiben, was wir hier zu viert machen.“

Die gewonnenen Erkenntnisse will die Gruppe in Artikeln in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlichen. Dafür legt sich Drescher ins Zeug: „Ich arbeite durch. Wochenenden gibt es nicht.“ Schließlich kennen auch die Iguanas keine Wochentage. Nachteil: Gereist ist er bisher kaum.

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