Syke - Inklusion – ein Wort, mit dem vielleicht nicht viele etwas anfangen können. Sein Inhalt wird die Stadt Syke in Zukunft allerdings intensiv beschäftigen. Inklusion bedeutet Einbeziehung, in diesem Fall die Einbeziehung behinderter Kinder in Regelschulen. Im nächsten Jahr muss auch Syke mindestens eine der drei Grundschulen für die Inklusion öffnen, ab 2018 alle Schulen.

Die Syker Erlenschule plant eine Kooperation mit der Grundschule Heiligenfelde. ·
Wahrscheinlich beginnt die Astrid-Lindgren-Grundschule in Heiligenfelde, denn die startet in diesem Jahr eine Kooperation mit der Erlengrundschule der Syker Lebenshilfe.
Die Erlenschule ist eine sonderpädagogisch orientierte Schulform für geistig behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat vor, diese Kooperation zu unterstützen mit einem Umbau des nördlichen Trakts der Astrid-Lindgren-Grundschule. Die Erweiterung soll 2012 die Kooperation und 2013 die Inklusion ermöglichen, ohne das pädagogischen Angebot der Grundschule einzuschränken. Im Rathaus taxiert man die Kosten auf etwa 380 000 Euro.
Zur Geschichte: 2006 wurde in New York die UN-Behindertenrechtskonvention verabschiedet. 2009 hat die Bundesrepublik Deutschland sie ratifiziert.
Eine wichtige Aussage dieser Konvention lautet, allen Menschen den gleichen Zugang zu Bildung zu gewährleisten.
Im vergangenen Jahr haben sich die Schulleiter der Grundschule und der Erlenschule auf eine pädagogische Kooperation ab Sommer 2012 verständigt. So sollen erste Erfahrungen in einer gemeinsamen Beschulung gewonnen werden.
„Wir wollen ein bisschen für die Inklusion üben“, sagt Schulamtsleiter Harm-Dirk Hüppe. Die gewonnenen Erkenntnisse in Pädagogik und Raumaufteilung sollen dann auf die Grundschulen Syke und Barrien übertragen werden.
Eine gute Konzeption sei wichtig, sagt Hüppe. Nur so könnten Eltern von Regelkindern und von Kindern mit Förderbedarf Vertrauen in die neuen inklusiven Schulen fassen. Vorgesehen ist laut Amtsleiter, dass im Sommer eine Klasse der Erlenschule an die Grundschule nach Heiligenfelde kommt und dort auch in einigen Fächern mit den Regelkindern zusammen unterrichtet wird.
Das Projekt Kooperation und Inklusion begleitet ein Arbeitskreis aus Vertretern der Lehrer, Eltern und des Schulträgers. Auf Antrag der SPD-Fraktion hat der sich bereits 2011 gegründet.
Die Stadt hat das an die Schule angrenzende Grundstück gekauft, um sich dort Erweiterungsmöglichkeiten für die Schule zu sichern. Bei einer Kooperation mit der Erlenschule plädiert Hüppe für eine Zusammenführung von Kindern gleicher Lernentwicklungsstufen. Das komme dem Gedanken gleicher Bildungschancen näher als die altersgemäße Gleichheit.
Die pädagogische Bereitschaft von zwei Schulen, den Weg zur Inklusions-Schule zu gehen, sollte die Stadt als Chance nutzen, Erfahrungen bei der Gesamtumsetzung der Konvention zu sammeln, erklärt der Amtsleiter, der ein Beharren auf dem jetzigen Stand für nicht möglich hält.
Der Schulausschuss beschäftigt sich heute ab 17 Uhr im Rathaus mit dem Thema Inklusion. · vog
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