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„Soulfoot - The Show“: Fulminanter Auftakt in die neue Syker Theatersaison mit temperamentvoller Weltmusik

Wanderer durch die Kulturwelten

229.09.11|Syke|Syke|6
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Artikel: Wanderer durch die Kulturwelten

Syke - Von Ilse-Marie Voges. „Für mich ist es wichtig, dass wir die Menschen auch emotional erreichen“, hat Finn Martin, Regisseur und Musiker, über seine Show „Soulfoot“ gesagt. Das Genre übergreifende Projekt begeisterte am Dienstagabend im voll besetzten Theater und animierte das Publikum von Anfang an zu spontanen  Beifallsbekundungen.

Mamsie Tsosane mit temperamentvollem Gesang. ·

Lebensfreude ist oft begleitet von Trauer. Menschen kommen und gehen, hinterlassen ihre Spuren, besonders im Herzen. Es war still im Theater, als das Ensemble zum Auftakt leise, mit kleinem Licht in einer Laterne, des Regisseurs gedachte. Der Schwede Finn Martin war am 2. September nach einem Unfall auf der Bühne gestorben.

Das Ensemble von Soulfoot wollte auch und besonders im Andenken an Finn Martin weitermachen und die Show fortsetzen. Das Syker Publikum profitierte von dem Entschluss.

Besser konnte der Start in die Syker Theatersaison kaum gelingen. Mitreißend kamen die Inspirationen an.

Leonor Moro mit temporeicher Flamenco-Darbietung.

Martin hat es verstanden, vielfältige Ausdrucksformen miteinander zu verschmelzen. Körperakrobatik, Tanz, Musik und Theater waren eine farbenfrohe und immer auch anrührende  Symbiose. Auf beeindruckende Weise harmonierten Künstler aus Afrika, Südamerika, Asien und Europa. Kulturen trafen aufeinander und ergänzten sich. Das Bühnenbild bildete dabei eine gute Grundlage, in die verschiedenen Kulturen eintauchen zu können. Auf einer großen Leinwand liefen Filme über Musiker und Landschaften. Die Theatergäste konnten sich anhand der Bilder mit auf die Wanderung begeben: in den Schweizer Schnee, zu den Straßenmusikern nach Madrid, in den Senegal, nach Soweto in Südafrika, Tokio und Moskau. Die Leinwand war zwischen den Auftritten auch Text-Informationsquelle mit den übersetzten Dialogen der Musiker. Humorvolle Lebensweisheiten wie: „Wer barfuß geht, dem kann man nichts in die Schuhe schieben.“

Aziz Kuyateh aus Gambia sprach Texte zu den spektakulären Tanzszenen und der Musik, selber ein Meister an der Kora. Einer Mischung aus Harfe und  Gitarre.

Leidenschaftlich, sinnlich und temperamentvoll präsentierte die Spanierin Leonor Moro (Studium am Conservatorio de Danza Cordoba) den Flamenco. Für den hinreißenden Auftritt gab es Szenenapplaus. Den spendete das Publikum auch Evgeny Pimonenko aus Russland (Absolvent der Kiewer Zirkusschule). Als ganz in weiß gekleideter Pierrot jonglierte er anrührend und poetisch mit zarten weißen Reifen vor nachtblauem Sternenhimmel und aufgehendem Mond. Ein melancholischer Clown, der in zauberhafte Märchenwelten entführte. Wie großartig Liebe und Sehnsucht tänzerisch Ausdruck finden können, zeigte das Duo Dinh Anh aus  Vietnam. Die ausgefallene Choreografie in akrobatischem Ausdruckstanz kam als vollendete Partnerschaft rüber.

Mamsie Tsosane aus Südafrika (aus König der Löwen bekannt) sorgte mit ihren atemberaubenden, temporeichen Tanzeinlagen und Gesang für Lebensfreude pur und steckte das Publikum an. Das wurde selbst zum Teil des Programms und verstärkte den Rhythmus mit „Soulfoot-Holzstöcken“, die es auf den Theaterboden schlagen musste.

Einen wunderbaren Klangteppich rollten die Musiker aus. Amir-John Haddad brillierte an der Flamencogitarre, der Brasilianer Geovany da Silveira am Bass, der Spanier Pedro Esparza am Saxophon. Der Inder Kaushik Basu erhielt Beifall für Tablaspiel und Gesang, Dario Karkovic aus Kroatien überzeugte am Keyboard und mit Gesang, Mame Fara Diouf aus Senegal an den Bongos.

Sie nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Wanderung durch die Kulturwelten. „Musik ist eine universelle Sprache und die des Herzens“, resümierte der Spanier Ricardo Espinosa, musikalischer Leiter, Sänger und Percussionist.

Das Ensemble lebte dieses Motto auf der Bühne aus, grenzübergreifend im Sinne von Weltmusik.

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