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Tiger-Flagge weht am Hohen Berg

Performance mit den Künstlern Heinrich Brockmann und Hein Spellmann sowie Cheerleadern aus Bremen

Tiger-Flagge weht am Hohen Berg

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Ristedt - Cheerleader mit roten Glitzerpuscheln, ein Trommler im weißen Anzug, eine große Flagge mit Tiger-Bild, Erinnerungen an den Kalten Krieg und antike philosophische Gedanken... Die künstlerische Performance am Hohen Berg hatte am Sonntag genau die Zutaten, die ein Projekt benötigt, bei dem Zuschauer sich fragen: Was soll dass alles? Schon dadurch hat sich etwas bewegt.

Heinrich Brockmann und Hein Spellmann (links) präsentieren ihre Flagge mit einem Delta-Tiger. ·

© Foto: Husmann

Heinrich Brockmann und Hein Spellmann (links) präsentieren ihre Flagge mit einem Delta-Tiger. ·

Der Schauplatz war ja alles andere als zufällig. Wo jetzt immer mehr Besucher zum Blicken in die norddeutsche Tiefebene kommen, demonstrierte die NATO von 1973 bis 1994 waffenstarrend mit Atomraketen Stärke. Darunter waren als US-Kontingent 30 Soldaten der Delta Tigers, die sich mit einem entsprechenden Emblem in der Unterkunft  verewigten.

Geschichte und Gegenwart haben die beiden Künstler Heinrich Brockmann und Hein Spellmann zu ihrem „Delta Tigers“-Projekt animiert.

Ihre Tiger-Flagge weht seit Sonntag auf dem Hohen Berg. Eine Ausstellung im Vorwerk folgt am 23. Oktober um 12 Uhr.

Das Hissen der Flagge war quasi der symbolische Einstieg in eine künstlerische Deutung von der ländlichen Markierung zu Kunstformen. Für Brockmann und Spellmann erschließt sich vom Hohen Berg ein künstlerisches Delta mit zwei weiteren Markierungen: dem Weyerberg bei Worpswede mit der 18 Meter hohen Adler-Skulptur von Bernhard Hoetger und den Bildern von A.R. Penck im Keller des 110 Meter hohen Fallturms in Bremen. Land-Art mit geschichtlichem Hintergrund.

Die Performance öffnete am Sonntag ein wenig dieses Fenster. Die örtliche Historie dominierte noch. Bürgermeister Harald Behrens erinnerte an den Kalten Krieg, an waffenstarrenden Wahnsinn auch in Ristedt und an den Umbau in eine Erlebnisstätte. „Statt eines Radarturms schauen wir nun vom Aussichtsturm des Hohen Bergs in die norddeutsche Tiefebene mit ihrem Weser-Delta-Tal und genießen den Naturlerlebnisraum in vollen Zügen“, so Harald Behrens.

Nicole Giese, Kuratorin des Vorwerks, hob ab auf den Größenwahn des Menschen. Sie erinnerte an Ovids Geschichte vom Sturz des fliegenden Ikarus und sah bei der Historie des Hohen Bergs durchaus Ansätze von Land, Himmel und scheiterndem Menschen. „Die Region ist wieder von den Tigern eingenommen worden“, so Nicole Giese bildhaft. Das Hissen der Flagge war indes Frieden pur. Die beiden Künstler kamen mit dem Rad, rollten die Flagge aus und präsentierten sie den Gästen. Unter Trommelwirbeln von Schlagzeuger Jendrjk Bremer wurde sie am Blitzableiter des ehemaligen Kasernenhäuschens gehisst.

Amerikanisches Flair brachten die Cheerleader der Bremer Firebirds mit artistischen Vorführungen ins Programm. · vog

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