Syke - Ein Gesamtpaket von 80 000 Euro kann die Stadt Syke in diesem Jahr für die Jugendarbeit ausgeben. Das empfahl am Mittwoch Abend einstimmig der Ausschuss für Familie und Soziales.
Im Mittelpunkt stand jedoch der Themenkomplex Kinderbetreuung. dabei zeigte sich trotz eines weit reichenden Konsens über die Parteigrenzen hinweg in grundsätzlichen Fragen, dass es zu vielen Details noch Beratungsbedarf gab.
Beispiel „Förderung männlicher Erzieher“: Da in Grundschulen und Kitas männliche Mitarbeiter seit Jahrzehnten Mangelware sind, will die Syker Politik verstärkt Anreize schaffen. Etwa indem Erzieherstellen als Vollzeit- statt Teilzeitstellen ausgeschrieben und besser bezahlt werden und bei gleicher Qualifikation männliche Bewerber den Vorzug erhalten.
Die Notwendigkeit männlicher Bezugspersonen für Kinder war auch für Gleichstellungsbeauftragte Agatha große Macke unstrittig. Ihre Kritik ging in eine andere Richtung: Männer bevorzugt einzustellen, wäre für sie schon wieder eine strukturelle Diskriminierung. Begründung: „Frauen arbeiten ja häufig nur in Teilzeit wegen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dann Männer einzustellen, weil die eher ganztägig arbeiten können, finde ich nicht in Ordnung.“
In die gleiche Kerbe schlug auch Fachbereichsleiter Harm-Dirk Hüppe: „Von meinen Frauen würden auch viele gerne ganztags arbeiten und mehr Geld verdienen.“
„Weil die Bewerber fehlen, und das werden wir hier auch nicht ändern“, gab Horst Wülbern (CDU) die Antwort.
Der Ausschuss nahm das Bemühen der Verwaltung zu Kenntnis und beschloss, sich in einem Jahr über die Entwicklung berichten zu lassen.
Keine Einigung erzielte der Ausschuss über den Antrag auf verkürzte Schließzeiten der Kindergärten in den Ferien. Das Problem: Verlängerte Öffnungszeiten kosten Geld. Sollen diese Mehrkosten über die Gebühren auf die Eltern abgewälzt werden oder übernimmt sie die Stadt?
Der Ausschuss behandelt unter anderem auch dieses Thema am kommenden Mittwoch, 22. Februar, weiter (17 Uhr, Ratssaal).
Ebenfalls vertagt wurde das Thema Umbau des alten Barrier Rathauses in eine Kinderkrippe. Die Beratung darüber soll erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Zuvor müsse erst die Anmeldesituation ab Sommer 2012 geklärt sein.
Begrüßt wurde dagegen die Vorstellung des Stuhrer Waldorf-Vereins, der mit seinem Kindergarten nach Barrien umziehen möchte (wir berichteten). Der Ausschuss empfahl einstimmig den Vorschlag der Verwaltung, dafür ein 2500 m² großes Grundstück an der Sudweyher Straße in Erbpacht zur Verfügung zu stellen.
Auch die Verlängerung des Mietvertrags mit dem evangelischen Kindergarten Talita Kumi in Barrien empfahl der Ausschuss ohne Gegenstimme. · mwa
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