Syke - (vog) · Lange Jahre war es Sitz der Amtmänner und Oberkreisdirektoren und damit vor der Öffentlichkeit weitgehend verschlossen. Seit drei Jahren steht das Vorwerk als Zentrum für zeitgenössische Kunst auch den Bürgern offen. Und die besuchen immer häufiger das historische Gebäudeensemble.

Blick auf das Vorwerk im Winterkleid.
„Das hat ja auch eine interessante Geschichte“, sagt Nicole Griese. Die 27-Jährige ist wissenschaftliche Volontärin und gemeinsam mit Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding und Heinz Brinkmann, Vorstandssprecher der Sparkassenstiftung, für die künstlerische Ausrichtung verantwortlich.
Das Vorwerk wurde Ende des 16. Jahrhunderts aus dem Syker Amtshof (heute Kreishaus mit Kornzinshaus) ausgegliedert und am Friedeholz neu aufgebaut. Der Großbetrieb diente als Versorgungsbasis der Syker Burg. 1728/29 wurde das Amtshaus errichtet, 1736 das Brauhaus (später Forstamt).
Seit Juni gestaltet die 27-Jährige das Programm inhaltlich mit und ist überrascht von der künstlerischen Qualität im Landkreis. Ein Angebot, das sich auch in der Präsentation niederschlagen soll, ohne den angestrebten Standard zu verlassen. Bereits als Erfolg haben sich die Ausstellung mit Arbeiten von Professor Fritz Vehring und seinen Schülern sowie die aktuelle Präsentation „15 Positionen zeitgenössischer Kunst“ (noch bis 10. Januar) erwiesen. „Wir kommen wieder“ lautete der Kommentar vieler Besucher.
Auf Öffnung und Nähe setzt Grieses Konzept. Sie selbst plant für November 2010 ihre erste selbst konzipierte Ausstellung zum Thema „Land schaffen – Landschaftsdarstellungen in der zeitgenössischen Kunst“. Gezeigt werden Arbeiten (Bilder, Skulpturen, Fotos...) von etwa zehn regional und international bekannten Künstlern. Dabei sind auch die Kulturpreisträger des Landkreises Louis Niebuhr und Sabine Wewer. Für Nicole Griese ein spannendes Debüt, weil „so vielfältig“.
Den Auftakt der Ausstellungssaison macht Otto Quirin. Das Vorwerk zeigt ein umfassendes Werk des 82-Jährigen unter dem Motto „Köpfe im Kopf“, darunter auch frühe Arbeiten des Hamburgers.
Zur intensiveren Bürgernähe gehören auch Kooperationen mit anderen Kulturträgern. Beispielsweise mit JFK. Der Verein organisiert am 6. Juni ein Konzert im Vorwerk. Kunstgeschichtliche Seminare sind mit der Volkshochschule geplant.
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