Syke - VonMichael WalterDie Syker Werbegemeinschaft feiert ihr Frühlingsfest ausgerechnet am Jahrestag der Katastrophe von Fukushima. Und das stößt den örtlichen Atomkraftgegnern sauer auf.

© ksy
Kreiszeitung Syke
Mag aus ihrer Sicht der Ärger über diese „unsensible“ Ader vielleicht nachvollziehbar sein, so sei dennoch die Frage an dieser Stelle gestattet: Wann ist denn überhaupt ein guter Tag zum Feiern?
Schauen wir doch mal in den Kalender: Eine Woche vorher wäre der 4. März. Das ist zwar einerseits der Jahrestag der Stadtgründung von Hamm (und damit völlig harmlos), andererseits aber auch der Jahrestag des Beginns des Zweiten Englisch-Niederländischen Seekriegs.
Auch irgendwie pietätlos.
Eine Woche drauf sieht‘s auch zappenduster aus: Am 25. März 717 wurde in Konstantinopel Kaiser Theodo sios III. weggeputscht, und am 25. März 1420 begannen in Böhmen die Hussitenkriege. Zwar hat das britische Parlament am 25. März 1807 die Sklaverei abgeschafft. Aber am 25. März 1957 ist die Bundesrepublik der frisch gegründeten Europäischen Atomgemeinschaft beigetreten. Hätten wir also wieder die Atomkraftgegner auf der Matte…
Vielleicht ginge es noch eine Woche später, am 1. April: 1809 hat da der „Schwarze Herzog“ Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel-Oels seine „Schwarze Schar“ aufgestellt. Für die steht im Syker Friedeholz sogar ein Denkmal.
1865 endet die letzte Schlacht des amerikanischen Bürgerkriegs, und die deutschen Eisenbahnen fusionieren 1920 zur Deutschen Reichsbahn.
Und wenn sich dann doch etwas Negatives jährt, kann man immer noch sagen, das wäre nur ein Aprilscherz.
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