Syke - Ilse-Marie VogesSYKE · „Es bringt nichts, auf der Waage den Bauch einzuziehen!“ Das ist nicht die einzige Erkenntnis, die fünf Herren namens „basta“ in wunderbare Songs verwandelt haben. Am Mittwochabend bescherte das erfolgreiche A cappella-Quintett aus Köln dem Publikum im Theater mehr davon mit seinem unterhaltsamen Programm „basta“ – macht blau!“.

© Foto: Husmann
Begeisterte im Syker Theater: die Kölner Gruppe „basta“. ·
Von blau machen war keine Spur. Der Abend hat riesig Spaß gemacht.
Sichtbar auch den Interpreten, die nicht nur mit Popsongs, Balladen und Parodien aufwarteten, sondern ihre Songs – größtenteils aus der Feder von Bariton William Wahl – nebenbei noch herrlich ironisch kommentierten.
Mit „Guten Morgen“ – ein Lied, um den Tag zu beginnen mit „Bein raus, Arsch hoch und Kopf klar“ – stieg die Gruppe zotig ein. Dazu passte die Ballade vom „Duschvorhang“ als einzigem, der an einem hängt. Wahl musste bei der Interpretation selbst lachen und gab Einblicke ins pralle Leben. Da klebt der Vorhang am Körper und „man hat das Schiff seines Lebens versenkt“. Wie auch immer.
Zu den aktuellen Reißern zählt das Lied vom „AppDepp“. Eine Persiflage auf die „Idioten mit dem i-Phone“, dessen Funktion einfach umwerfend ist und sogar einen Baum erkennt!
Wortwitz und Satire – die Boygroup beherrscht die Register der guten musikalischen Unterhaltung. Und das ohne Instrumente. Dafür grast sie mit viel Sprachgefühl und stimmlicher Bandbreite den Lebensalltag ab. Sensibel, aber auch bitter wie beim Lied „Abschalten“. Das erwischt dann auch schon mal die Oma am medizinischen Gerät.
Köstlich, wenn Thomas Aydintan (Tenor) sein Selbstvertrauen aufpoliert und „Hirsch am Platz“ spielt. Das gilt auch für Overmann, der Reinhard Mey kopierte und sich in dessen Körper „einnistete“. Das steckte voller Ironie wie der Song „Liechengrand“. Ein sprachliches Kauderwelsch, das trotzdem hellsichtig an einen gebeutelten Mittelmeerstaat erinnert. Ohnehin, wenn die Gruppe dazu Sirtaki tanzt.
Werner Adelmann (Tenor mit reichlich Stimmvolumen) entführte das Publikum in das Reich der Magie und forderte dazu auf, „optische Enttäuschungen“ selbst auszuprobieren.
Ihr Fett weg, heiter und ironisch, bekamen im Sportblock die Spielerfrauen als blonde Zickenweiber. Schlüpfrig geriet der „Bratislava Lover“. Den gab Overmann als überzeugender Anmacher unter dem Mitmachgestöhne des Publikums.
Andreas Hardegan (Bass) erhielt sein Solo als Mann, der sonst immer im Schatten steht. „Versau es nicht“, riet Kollege Wahl. Statt Marianne Rosenberg kam „Herbert Rosenberg“. Thomas Aydintan mixte den Song mit Grönemeyers abgehackten musikalischen Sprachfetzen, und irgendwo klang da noch „Er gehört zu mir“ durch. Längst tobte der Saal, in dem kaum ein Stuhl unbesetzt geblieben war. Mit ihrem Hit zur Fußball-WM „Gimme hope Joachim“ verabschiedeten sich die Jungs aus Köln. Verdient tosender Beifall begleitete die erfolgreichen Fünf, und dann war Schluss. Basta!
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