207.09.09|SykeFacebook
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Syke (ldu) -

© Duncan / Mediengruppe Kreiszeitung
Denise Allen und ihre Band „Shri“ brachten den Blues authentisch rüber.
Den routinierten Bluesrockern gelang es nicht so recht, das Syker Publikum aus der Reserve zu locken. Bereits zum 14. Mal sind die Musiker aus Arizona auf Europa-
„Man merkt den Musikern ein wenig an, dass sie müde sind. Wahrscheinlich von der anstrengenden Tournee“, sagte Wolfgang Blum, der mit seiner Frau Dagmar sogar mit dem Fahrrad zum Konzert gekommen war. „Die Musik gefällt uns aber gut“, sagten die beiden Syker. Neben ihnen hatten sich an diesem Abend etwa 120 Leute in der Diele des Kreismuseums eingefunden. Platz genug, um sich mit etwas Abstand zum Bühnengeschehen bequem auf einen der Stehtische zu lehnen und am Weißwein zu nippen.
Nachdem ihre Band die ersten beiden Songs gespielt hatte, sagte Sängerin Denise Allen: „Kommt ruhig ein bisschen näher, wir haben gestern gebadet.“ Einige lachten und folgten ihrer Aufforderung.
Mit einer Interpretation von Eric Claptons „Nobody knows you when you‘re down and out“ konnte sie kurz darauf auch mit ihrer kraftvollen Stimme beeindrucken. Den Blues bringt diese Dame ebenfalls sehr glaubwürdig rüber. Dennoch wirkten ihre Kommentare zwischen den Songs bisweilen etwas lustlos. („Die Tränen fließen aus jeder Pore meines Körpers. Und im nächsten Song erzähle ich euch, warum“). Wenig professionell wirkte auch, dass sie nicht alle Lieder auswendig sang, sondern die Texte bisweilen von einem Notenständer ablas. Vielleicht handelte es sich dabei um noch neue Songs aus dem aktuellen Album „Lucky Thirteen“.
Bei Klassikern wie Bob Dylans „All Along the Watchtower“ war diese Gedächtnisstütze jedenfalls nicht erforderlich. Diese kamen beim Großteil des Publikum auch besonders gut an. Ein Herr, der bei den ersten Takten von „House of the Rising Sun“ mit den Worten „Das ist doch kein Blues mehr“ den Saal verließ, war da wohl eher die Ausnahme.
Für Experten ist Jazz, Folk & Bike ohnehin nicht gedacht. Veranstalter Gerd Harthus: „Unser Festival lädt ein, neugierig zu sein und sich Musikstile anzuhören, auf die man sonst nicht ‚gebucht‘ ist.“
Dieser Aufforderung war auch Rüdiger Nagel nachgekommen. Der Bremer kam „auf Empfehlung Ortsansässiger“. Zuvor hatte er „Aufwind“ in der Barrier Wassermühle gehört. „Das erste Mal, dass ich jiddische Musik live gehört habe – fantastisch“.
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