329.10.11|Sulingen|Sulingen|2
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Sulingen - Sulingens Bürgermeister Harald Knoop dürfte sich gestern Abend reichlich unwohl in seiner Haut gefühlt haben: Über 200 Demonstranten versperrten dem Bürgermeister und dessen Gästen den Weg ins Stadttheater zur Veranstaltung mit Liesel Westermann-Krieg (siehe Bericht auf dieser Seite).

© Foto: Schlotmann
Ein Teil der Demonstranten im Stadttheater. ·
Ausdruck des Protestes der Menschen in der Region über die geplante Schließung der Geburtshilflichen Abteilung an der Klinik Bassum des Klinikverbundes St. Ansgar. In Sprechchören und auf Transparenten verschafften die Kundgebungsteilnehmer ihrem Unmut Luft. Plakate mit Aufschriften wie „Auf Generationen verschulden, verstrahlen – aber nix für den Nachwuchs zahlen“ oder „Profit-Pilz – Babys unzumutbar“ sprechen ihre eigene Sprache.
Die, die Protestnoten entgegennehmen sollten, etwa Klinikverbund-Geschäftsführer Thomas Pilz, gehörten nicht zu den Teilnehmern der Veranstaltung im Stadttheater. Dafür stellten sich Vertreter der Gastgeber, etwa des Fördervereins der Klinik Sulingen mit Heinz Riedemann an der Spitze oder auch der Journalist Knust Teske, der die Abendveranstaltung moderieren sollte, den Diskussionen.
„Wir haben nicht mit einer solchen Unterstützung gerechnet“, sagte die Hebamme Lidia Walter, die mit Kolleginnen zur Teilnahme an der Kundgebung aufgerufen hatte.
Lilia Kling (25) war mit ihrer Tochter Sally (5) und ihrem knapp einjährigen Sohn Lias zum Stadttheater gekommen. „Ich habe mein erstes Kind in Sulingen, das zweite in Bassum entbunden. Weiter zu fahren, ist für mich und meine Verwandten nicht drin.“ Arne Steffens (25) aus Sulingen erblickte im Krankenhaus Sulingen das Licht der Welt: „Dass in unserer Krankenhaus-Landschaft noch mehr Infrastruktur abgebaut wird, das kann ich nicht hinnehmen.“
Regina Wolle aus Groß Lessen: „Ich selbst werde keine Kinder mehr bekommen. Dennoch: Ich bin einfach nur enttäuscht von dem, was sich St. Ansgar hier leistet.“ Wolle fordert Politik und Klinikverbund auf, an die Menschen zu denken, die im Landkreis in Not geraten können. „Und das werden auch schwangere Frauen sein.“ Die Schließung der Abteilung sei nur der Anfang eines weiteren Rückzugs der Alexianer.
Mit Einbruch der Dunkelheit verlegten die Demonstranten ihren Protest in das Foyer des Stadttheaters – zum Teil sichtlich enttäuscht, keine Verantwortlichen des Klinikverbundes angetroffen zu haben. Lidia Walter: „Wir lassen uns davon nicht entmutigen, wir protestieren weiter.“ · oti
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