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„Zukunftswerkstatt“ fordert erneut ein Mehr an Bürgerbeteiligung

„Sulingen hat Potential“

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Sulingen - Die Vertreter der „Zukunftwerkstatt“ haben am Donnerstagabend erneut Rat und Verwaltung der Stadt Sulingen fehlendes Interesse an Modellen der Bürgerbeteiligung vorgeworfen. Trotz Gesprächen, die laut Werner Focke inzwischen mit einem Teil der im Rat vertretenen Fraktionen geführt worden seien.

Doris Kleinwächter und Helmut Weiß (rechts daneben) waren am Donnerstag Gäste der Zukunftswerkstatt. ·

© Foto: Schlotmann

Doris Kleinwächter und Helmut Weiß (rechts daneben) waren am Donnerstag Gäste der Zukunftswerkstatt. ·

Focke: „Wir hatten den einen oder anderen Kommunalpolitiker mehr zu unserem Treffen erwartet.“ In der Öffentlichkeit scheint die „Zukunftswerkstatt“ allerdings inzwischen angekommen zu sein. Freie Plätze waren am Donnerstag im großen Clubzimmer des Restaurants Dahlskamp Mangelware. Mario Pschunder: „Wir freuen uns über das Interesse.“

Nach Gerd Beich, dem Vorsitzenden des Betriebsrates von „Lloyd Shoes“, im Januar, gestalteten den Februar-„Stammtisch“ Helmut Weiß und Doris Kleinwächter von der Regionaldirektion Sulingen des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN). Wie schon während des „Stammtisches“ im Januar standen die Auswirkungen des demografischen Wandels im Mittelpunkt des Abends. In Funktion des Leiters des LGLN zeichnete Helmut Weiß Entwicklungen auf. „Im Zeitraum zwischen 2005 und 2050 werden in Teilbereichen Deutschlands Bevölkerungsrückgänge von bis zu 40 Prozent prognostiziert, etwa in den neuen Bundesländern, speziell auch im Ostharz“. Zuwächse seien unter anderem im Landkreis Vechta zu erwarten, „Gewinner sind aber überwiegend die Kernstädte, von denen sich gerade junge Leute angezogen fühlen“. In Kommunen mit weniger als 5 000 Einwohnern leben demnach im Durchschnitt aktuell über zwei Personen in einem Haushalt, in Städten mit über 500 000 Einwohnern 1,7. „Der Trend geht zu Singlehaushalten“, begründete Weiß. Was sich wie die Landflucht im Allgemeinen nicht unerheblich auf den ländlich strukturierten Raum auswirke: „Im Landkreis Nienburg haben in den Jahren 1996 bis 2011 die Ein- und Zweifamilienhäuser um die 30 Prozent an Wert verloren.“ Helmut Weiß mit Blick auf die Region Sulingen: „Wir werden älter, wir werden weniger. Die Folge sind unter anderem Probleme in der Infrastruktur und der oft zitierte Fachkräftemangel.“ Dennoch: „Es gibt Kommunen, die stehen schlechter da.“ Weiß erinnerte an Flurbereinigungsverfahren, Dorferneuerung und Stadtkernsanierung, skizzierte Ergebnisse unter anderem wie Stadtsee, „Nördliches Suletal“, Sportpark und Naherholungsgebiet „Am Büchenberg“. Doris Kleinwächter: „Die Stadt kann sich sehen lassen, viele Sulinger scheinen das vergessen zu haben.“

Als Sulinger Bürger sieht Helmut Weiß die Ergebnisse der Verfahren auch als Erfolg der Zusammenarbeit verschiedener Interessengruppen. „Bürgerbeteiligung schafft Zufriedenheit.“ Aber: „Seit 2005 und 2006 treten wir in punkto Bürgerbeteiligung in Sulingen auf der Stelle.“ Weiß, einst ehrenamtlicher Mitarbeiter des Sulinger Stadtmarketings, ging mit Politik und Verwaltung ins Gericht: „Ein politisches Mandat darf kein Statussymbol sein, darf nicht heißen, das sonst keiner mehr mitreden darf. Die Entscheidungen müssen die Mandatsträger treffen, sie sollten aber schon die Bürger hören.“ Der Referent forderte ein interdisziplinäres Gesamtkonzept. „Gewinner des demografischen Wandels werden die sein, die die besten Teams aus Rathäusern, freier Wirtschaft und Gesellschaft formen.“ Doris Kleinwächter: „Sulingen hat viel Potential.“ · oti

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