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Hausnotrufsysteme im Südkreis: Allein das DRK pflegt 220 Systeme

„Die Nachfrage steigt“

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Sulingen - Dirk Fullriede, Leiter der DRK-Rettungswache in Sulingen, hat solche Fälle bereits selbst erlebt: „Wir werden zu einem Einsatz gerufen, treffen dann auf einen Mitmenschen, der schon seit Tagen hilflos irgendwo in seiner Wohnung liegt.“ In der Region Sulingen unmöglich? „Mitnichten“, sagt Fullriede. „Ein Hausnotrufsystem hätte da schon weitergeholfen.“

Dieter Schönborn (l.) vom DRK-Kreisverband und Dirk Fullriede von der DRK-Rettungswache stellen den DRK-Hausnotruf vor.

© Foto: Schlotmann

Dieter Schönborn (l.) vom DRK-Kreisverband und Dirk Fullriede von der DRK-Rettungswache stellen den DRK-Hausnotruf vor.

Gerade zwei Jahre seien die Erlebnisse seiner Schilderungen jetzt alt: „Die Frau hatte einen Schlaganfall. Das war mitten in Sulingen.“ Die Nachbarn hätten die Frau erst vermisst, nachdem der Briefkasten aufgrund von Post, Wurfsendungen und Zeitungen aus den sprichwörtlichen Nähten platzte. „Sie lag in ihren Exkrementen, konnte sich nicht bewegen.“ Fullriede: „In Zeiten, in denen die Bevölkerung immer älter wird und unsere älteren Mitbürger so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben wollen und sollen, werden Hausnotrufsysteme, wie sie zum Teil die Sozialstationen und Organisationen wie DRK oder auch Johanniter anbieten, immer wichtiger.“

Dieter Schönborn vom DRK-Kreisverband bestätigt die steigende Nachfrage: „Im Südkreis haben wir unser System vor zehn Jahren eingeführt. Inzwischen sind 220 Anlagen im Altkreis im Einsatz. Allein im vergangenen Jahr haben wir 20 Geräte zusätzlich für die Regionen Diepholz und Sulingen angeschafft.“ Schönborn glaubt, dass der Bedarf wesentlicher höher ist. „Viele ältere Menschen haben nach wie vor Scheu, sich eine entsprechende Anlage zuzulegen.“ Weniger aufgrund der laufenden Kosten (nicht höher als ein regulärer Telefonanschluss), „viel mehr aufgrund von Schwellenängsten“, sagt Schönborn. Dabei seien Installation und Betrieb für alle Beteiligten mit einem minimalen Aufwand verbunden. „Und das System entlastet die Rettungsdienste“, weiß Dirk Fullriede. Es scheint denkbar einfach: Die Basisstation (in der Fläche unwesentlich größer als ein DIN A 5 Blatt) wird in der Nähe des Telefonanschlusses platziert. Den drahtlosen Notrufsender trägt der Besitzer um den Hals oder an einem Armband. Tritt ein Notfall ein, kann der Notruf gesendet werden. „Von den derzeit 220 Nutzern erhalten wir täglich ein bis fünf Notrufe, zum Teil auch Fehlalarme“, sagt Dieter Schönborn. Die Meldungen laufen in einer Zentrale auf, deren Mitarbeiter zunächst versuchen, Verbindung mit dem Sender aufzunehmen. „Die Basisstation wird dann zu einer Art Gegensprechanlage“, sagt Dieter Schönborn. Erfolgt vom „anderen Ende“ keine Rückmeldung, informiert die Zentrale vom Nutzer angegebene Kontaktpersonen, etwa Nachbarn, Verwandte und Bekannte. Ist auch zu den gelisteten Kontaktpersonen keine Verbindung herzustellen, erfolgt der reguläre Notruf über die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Diepholz. „Am Ende der Kette steht dann der Rettungsdienst“, sagt Dirk Fullriede. „Wir sind von den Systemen überzeugt, weil sie helfen, Leben zu retten.“ Die Sulingerin, die die Rettungssanitäter vor etwa zwei Jahren regungslos in ihrer Wohnung vorgefunden hatten, überlebte übrigens den Schlaganfall. Fullriede: „Mit dem Notruffinger hätten wir eher helfen können.“ · oti

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