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„Der Torfstich per Hand ist längst Geschichte“

Torfwerk Meiners: 50 Jahre am Standort Borstel / Heute Archivabend

„Der Torfstich per Hand ist längst Geschichte“

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Sulingen - BORSTEL · „Dass das Torfwerk in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, haben wir mehr oder weniger zufällig herausgefunden“, erklärte Heimatvereinsvorsitzender Heinrich Husmann. Auf der Suche nach einem Thema für den nächsten Archivabend sei man auf den Borsteler Traditionsbetrieb gestoßen. Und auf das Jahr 1962 als dessen „Stunde Null“.

Ein Bild aus den 60-er Jahren aus dem Firmenarchiv: Das Betriebsgebäude des Torfwerks Meiners in der Gemeinde Borstel.

© ksy

Ein Bild aus den 60-er Jahren aus dem Firmenarchiv: Das Betriebsgebäude des Torfwerks Meiners in der Gemeinde Borstel.

Friedrich Meiners, Ururgroßvater des heutigen Geschäftsführers Olaf Meiners, hatte 1884 mit dem Bau eines Torfwerks in Strückhausen (Wesermarsch) den Grundstein des Familienunternehmens gelegt.

Weitere Werke entstanden in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts in Gnarrenburg, Schülp und Westerhorn.

Im Juni 1962 begann unter der Leitung von Anton-Günther Meiners der Aufbau des Werks in Borstel. Das Unternehmen pachtete vom Land Niedersachsen, der Niedersächsischen Landesgesellschaft und einigen privaten Landbesitzern 600 Hektar Moor für den Torfabbau.

Die Vorbereitung der Flächen nahm mehrere Jahre in Anspruch, parallel dazu begann der Aufbau der Infrastruktur. In den ersten Jahren arbeiteten mangels Bewerbern auf dem freien Arbeitsmarkt auch Strafgegangene aus Hannover im Moor. Sie waren in den Baracken des ehemaligen Arbeitsdienstlagers untergebracht.

Nachfolger von Anton-Günther Meiners wurde sein Enkel Olaf Meiners. Er leitet heute in fünfter Generation ein Unternehmen, das im Laufe der Jahrzehnte einem ständigen Veränderungsprozess unterlag. Der manuelle Torfstich ist längst Geschichte, das Abbauverfahren ist heute hochtechnisiert. Dass der Torf einst als Ballenware auf Lkw verladen und ab Bahnstation Siedenburg auf dem Schienenweg zu Kunden und weiterverarbeitenden Betrieben transportiert wurde, ist heute kaum noch vorstellbar.

Olaf Meiners baute das Unternehmen um, passte es den veränderten Marktanforderungen an. 2002 erfolgte der Neubau der Produktionshalle für Hobby-Erden. Rund 100 verschiedene Misch-Erden aus dem Torfwerk Borstel werden über den Großhandel vermarktet. Das Unternehmen gehört zu den wenigen bundesdeutschen Betrieben, die in freiwilliger Selbstverpflichtung einen hohen Umweltstandard erfüllen. Nicht nur der Begriff an sich war vor 50 Jahren ein absolutes Fremdwort.

Eine Chronik in schriftlicher Form gebe es nicht, sagt Olaf Meiners. In der Vorbereitung auf den Abend habe er aber viele Fotos aus dem Familienarchiv gesichtet und digitalisiert, die er den Besuchern des Archivabends (heute ab 19.30 Uhr im Gemeindesaal) zeigen möchte: „Ohne Anspruch auf Vollständigkeit“. Unterstützt wird er von Heinz Lieckweg, einem leitenden Mitarbeiter der ersten Stunde.

Ein Film von Heinrich Lüdeke (Wietzen) aus den 70-er Jahren wird die Anfangszeit in bewegten Bildern in Erinnerung bringen. Die Initiatoren hoffen auf eine spannende Zeitreise durch 50 Jahre Firmenhistorie und Heimatgeschichte. Sie gehen davon aus, dass Zeitzeugen den Abend mit der einen oder anderen Anekdote bereichern werden. · mks

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