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Armin Hary: „Ich bin nicht zum letzten Mal hier“

Olympiasieger von 1960 zu Gast in der Stadt Sulingen / Werbung für Förderung des Sports

Armin Hary: „Ich bin nicht zum letzten Mal hier“

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Sulingen - Armin Hary hat seinen Platz in einem Sessel gegenüber der Rezeption der „Börse“ gewählt. Er spricht weniger über das, was mal war, vielmehr über das, was er vom System hält und eigene Wege, Sport und Sportler zu unterstützen.

Armin Hary trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Sulingen ein. Mit auf dem Bild: Heinz Riedemann, Wolfgang Weise und Ingrid Jantzon als Vertreter des Rates der Stadt, Dr. Sven Dubbert, der den Gästen die Kältekammer des Klinikverbundes St. Ansgar vorstellte (hinten v.l.), Bürgermeister Harald Knoop (vorne links) und Gastgeber Knut Teske (vorne rechts). ·

© Foto: Schlotmann

Armin Hary trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Sulingen ein. Mit auf dem Bild: Heinz Riedemann, Wolfgang Weise und Ingrid Jantzon als Vertreter des Rates der Stadt, Dr. Sven Dubbert, der den Gästen die Kältekammer des Klinikverbundes St. Ansgar vorstellte (hinten v.l.), Bürgermeister Harald Knoop (vorne links) und Gastgeber Knut Teske (vorne rechts). ·

1960 mutierte der zweifache Olympiasieger zur Legende; wegen des doppelten Medaillengewinns bei den Olympischen Spielen in Rom, genauso wegen seines Weltrekords im selben Jahr. Als erster Sprinter überhaupt lief er die 100 Meter in handgestoppten 10,0 Sekunden, auf der Aschenbahn. Die Feier anlässlich des 70. Geburtstages des Journalisten, Wahl-Sulingers und Autors des Buches „Armin Hary - Läufer des Jahrhunderts“ Knut Teske nahm Hary zum Anlass für seinen Besuch in Sulingen – und zum Gespräch mit Spitzen aus Rat und Verwaltung der Stadt.

Nein, Zeit, die Sportanlagen der Stadt zu inspizieren, habe er nicht gehabt, gesteht der 74-Jährige. „Ich bin aber nicht zum letzten Mal hier“, sagt er mit Blick in Richtung von Knut Teske.

So sehr es sich Bürgermeister Harald Knoop auch gewünscht hätte, Armin Hary spricht wenig über das, was ihn einst auf dem Höhepunkt seiner Karriere bewegt hatte, scheint fest in der Gegenwart verwurzelt. Was geblieben ist, ist seine kritische Haltung gegenüber dem System. Haderte er zu seiner aktiven Zeit nicht selten mit Verbandsfunktionären, hat er sich zwischenzeitlich eigene Wege geebnet, um etwas von dem, was der Sport ihm vor über einem halben Jahrhundert gegeben hat, zurückzugeben. Nein, aktive Arbeit im Verband als Förderer unter der Flagge des Deutschen Leichtathletikverbandes sei nicht sein Ding. „Ich möchte denen die Türen zum Sport öffnen, die aus finanziellen Gründen dazu nicht selbst in der Lage sind.“ Der Olympiasieger aus dem Jahr 1960 spricht von zwei Millionen Kindern, die vor 50 Jahren in Gesamt-Deutschland keinen Sport getrieben hätten. „Heute sind es geschätzt drei Millionen.“ Sport sei wichtig. „Sport hält Körper und Geist in Bewegung. Ich möchte da helfen, wo kein anderer hilft.“ Armin Hary weiß, dass auch in der so genannten Wohlstandsgesellschaft nicht jede Familie in der Lage ist, den Kindern die Teilhabe am Sport zu ermöglichen. „Selten fehlt der Vereinsbeitrag, oft sind es Kosten für Fahrten zum Training oder für die Ausrüstung.“

Vor sieben Jahren rief er das Fördermodell „AHA-Förderung“ (AHA-F) ins Leben. Die AHA-F unterstützt junge Sporttalente im Alter von vier bis 14 Jahren aller Disziplinen dabei, in ihrer Heimatstadt möglichst früh in den Genuss einer optimalen Sportförderung zu gelangen. Das Prinzip von AHA-F klingt einfach: In jeder geförderten Gemeinde werden von den Übungsleitern dort ansässiger Sportvereine in Zusammenarbeit mit der Kommune drei Jugendliche mit Talent ausgewählt, die bislang noch keine Förderung bekommen. Für sie akquiriert die AHA-F von bis zu zehn kommunalen Unternehmen „überschaubare Förderbeträge“. Die Unternehmen dürfen im Gegenzug Werbung auf der Homepage der AHA–Homepage platzieren. Die teilnehmenden Kommunen setzen auf ihrer Homepage einen Link auf die AHA-F-Homepage.

Laut Armin Hary seien bis dato 3 500 Kommunen gelistet, in denen das Modell greife. „Wir schütten zurzeit jährlich 300 000 bis 500 000 Euro aus.“

Die Stadt Sulingen gehört aktuell noch nicht zu den Städten, deren Sportler in den Genuss der Förderung kommen; noch nicht. Armin Hary wiederholt: „Ich bin nicht zum letzten Mal hier...“ · oti

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