Sulingen - Als der Wunsch, Tieren in Not zu helfen, eine Handvoll Gleichgesinnter um Helga Knost dazu bewog, Anfang Februar 1987 den Tierschutzverein Sulingen und Umgebung zu gründen, wurde das von vielen belächelt, erinnert sich Vorsitzende Marita Görges. 25 Jahre später ist die Arbeit der Tierschützer nicht mehr wegzudenken – für manche gar eine Selbstverständlichkeit: „Es rufen Leute an, sie würden jetzt umziehen und wir müssten ja noch ihre Tiere abholen...“ Allerdings unterstützen auch erfreulich viele „Zweibeiner“ den Verein, aktiv und finanziell.

© Foto: Behling
Vor der aktuellen „Baustelle“ des Tierschutzvereins am Linderner Tierheim, wo weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Katzen entstehen (v.l.): Marita Görges, „Azubi in spe“ Lennart Kaspar und Praktikantin Sophie Gade. ·
„Wir sind ohne Ahnung und Wissen ins kalte Wasser gesprungen“, beschreibt Marita Görges die „Gründerzeit“. Fachliche Hilfe gab es von Tierarzt Dr. Gunther Hudemann. Helga Knost warb fleißig für den Verein, „wir hatten ganz schnell 200 Mitglieder“ – aktuell sind es rund 400. Hauptziel war, ein Tierheim aufzubauen, denn die private Unterbringung und Vermittlung von abgegebenen und ausgesetzten Katzen und Hunden stieß schnell an ihre Grenzen. „Es kam vor, dass ich von der Nachtschicht nach Hause kam und es saß wieder ein Hund vor der Tür.“ Bereits 1988 wurden die landwirtschaftlichen Gebäude in Lindern gepachtet – noch mit Schweineboxen in den Ställen, „nach und nach haben wir dann alles umgebaut, Zwinger eingerichtet. Vor allem Horst Weichert und Albert Popkowitz haben hier geschuftet – dann kam Heinz Tober aus Varrel dazu.“ Als Mann vom Fach aus der Baubranche brachte Tober Know-how ein, investierte sehr viel Zeit, besorgte Material: „Ohne seine Hilfe würde das Tierheim heute nicht so aussehen“, ist Marita Görges überzeugt. Sie selbst besuchte Seminare bei Tierärzten, absolvierte Langzeitpraktika in großen Tierheimen. Unterstützung seitens der Stadt Sulingen gab es von Anfang an, die drei Samtgemeinden im Sulinger Land folgten. „Behörden haben uns am Anfang nicht ernst genommen – das hätte ich vielleicht auch nicht“, räumt Marita Görges lächelnd ein, „Learning by doing“ hieß die Devise.
In den 90-er Jahren machte Marita Görges die Arbeit im Tierheim zum Hauptberuf. Sie teilt sich die Aufgaben mit rund 15 engagierten ehrenamtlichen Kräften, weitere Unterstützer sind zur Stelle, wenn es ein Problem gibt – wie etwa bei der Evakuierung von 100 Hunden von einem Hof in Dörrieloh im vergangenen Jahr (wir berichteten). Haussammlungen, die Flohmärkte zugunsten des Tierheims, das Leeren der Spendendosen in den Geschäften, die Unterstützung durch das Tierarztehepaar Lund – Marita Görges beginnt, Namen von Ehrenamtlichen und von Firmen zu nennen, die mit Spenden helfen, bremst sich dann aber: „Ich würde viele vergessen. Es ist mir wichtig, allen herzlich zu danken, die uns helfen.“ Wie auf’s Stichwort klingelt das Telefon: Zehn Paletten Tierfutter können abgeholt und im Lager bei der Bäckerei Voss-Döring – Cornelia Döring ist zweite Vorsitzende – deponiert werden. „Die Hilfsbereitschaft ist nach wie vor da“, freut sich Marita Görges. Und es kommen neue Unterstützer hinzu, alle Generationen vom Teenager bis zum Rentner sind vertreten.
So komme man besser mit den negativen Aspekten klar – Tiere, die in so schlechtem Zustand sind, dass sie nicht durchkommen, eine zunehmende Zahl von Menschen, die ihre Schützlinge verwahrlosen lassen. „Auszuziehen und die Tiere einfach in der Wohnung zu lassen ist in Mode gekommen.“ Dennoch: „Das Positive überwiegt, die Arbeit macht Spaß. Und wird leider dringend gebraucht.“
Facebook 'Like Box' wird geladen...

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.