Stuhr - Von Angelika KratzEinen Abend mit Tony Carey hatten die Veranstalter für Freitag im Stuhrer Rathaus versprochen und daraus wurde wahrlich ein einmaliges Konzert. Von der ersten Minute an sprang der Funke bis in die letzten, sehr gut besetzten Reihen über, und auch Musiker Carey und sein Partner Martin Hämmerle (Drums, Percussion) konnten sich wie zu Hause fühlen.

© Foto: hu
Tony Carey zieht das Publikum im Rathaus in seinen Bann. ·
Ein bisschen Stuhrer Luft hatte Tony Carey bereits als Anheizer auf dem Sommerfestival auf Gut Varrel geschnuppert. Nun stillte er den Durst des begeisterten Publikums, sehr zur Freude von Helmut Frank, Vorsitzender des Vereins „A Heart for Stuhr“, der das Sommerfestival ausrichtet. Frank hatte frühzeitig die Weichen für das Konzert des bekannten Songwriters und Produzenten gestellt.
„Hey, ich war schon mal hier, wart ihr dabei?“, die Frage von Tony Carey beantwortete das Publikum entsprechend laut und schon war das Rathaus mitten in „A beautiful world, a beautiful night“, machte weiter einen „Deal“ und wünschte Amerika „Good night“. Der US-Amerikaner wechselte zwischen Keyboard und Gitarre, Martin Hämmerle begleitete ihn sehr einfühlsam auf seinen Drums und mit leisen himmlischen Glockentönen.
Teilweise sehr nachdenklich sind die Texte von Careys Songs, die Betrachtung von Regentropfen erhält eine ganz andere Wertigkeit und wie auf dem besungenen Trampolin ging es thematisch auf und ab.
„Ich sing‘ was vor“, animierte Carey zum Mitmachen und ein kräftiges „Ringdibadu“ schallte durch den Ratssaal. Zeit gab es auch für ein fantastisches Trommelsolo von Martin Hämmerle, der sich als wunderbares Gleichgewicht zur Stimme, Gitarre und Keyboard von Tony Carey entpuppte.
„Was wollt ihr hören?“, fragte Carey nach über zwei Stunden bester Musik. Da wurde noch einmal das im Wasser versunkene New Orleans zum Leben erweckt, die einstige Zusammenarbeit mit Peter Maffay erhielt ebenso Gehör wie der Sputnik als Kindheitserinnerung.
„Wollt ihr noch was hören?“ war eine rein rhetorische Frage und so ging es in die zweite Zugabe. Carey schlug noch einmal die Karte der Highways auf. Rot seien die Schnellstraßen und blau die Nebenwege und solch ein blauer Weg führte ihn nach Stuhr. Wie schön, dass nicht immer alles auf der Überholspur ablaufen muss.
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