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Orchester aus der Inneren Mongolei begrüßt in Varrel das Jahr des Drachen

Prosit Neujahr!

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Varrel - Von Angelika Kratz. Was wäre ein Jahresanfang ohne das chinesische Neujahrskonzert für die mittlerweile riesige Stuhrer Fangemeinde? Die Varreler Gutsscheune war am Dienstagabend bei der Aufführung des „China Traditional Orchestra of Inner Mongolia“ ausverkauft.

Foto: hu

In prächtigen Kostümen und mit für europäischen Ohren ungewöhnlichen Instrumenten begrüßt das Orchester aus der Inneren Mongolei das neue Jahr. ·

Lange vor dem eigentlichen Konzertbeginn füllte sich die Scheune. „Wir sind von Anfang an mit dabei“, freuten sich die beiden Musikfreunde Aenne und Uwe Weitemeier auf ein neues chinesisches Klangerlebnis, das achte in Folge.

Das bot im Jahr des Drachen mit dem „China Traditional Orchestra of Inner Mongolia“ ein Unikum der chinesischen Orchesterlandschaft. Es hat sich der Tradition einer ethnischen Minderheit Chinas, dem mongolischen Volk, verschrieben. Die 58 sehr jungen Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Zhang Lie gaben in Varrel das einzige Konzert in Deutschland.

Als charmanter Moderator griff Gerhard Schmitt-Thiel aus München zum Mikro und führte mit der richtigen Prise an Informationen durch das Programm.

Mit roten bestickten Blusen und langen schwarzen Röcken waren die Musikerinnen einheitlich gekleidet, die Herren trugen prächtige schwarze Jacken mit vielen Stickereien zum weißen Hemd und dunkler Hose. Das Konzert begann mit einer Festouvertüre. Das Orchester aus dem Reich der Mitte malte mit seinen Instrumenten geradezu Bilder.

Wenn die Sängerin Tu Ya in ihrer märchenhaften Tracht mongolischen Langgesang anstimmt, fliegt in der Fantasie der Zuhörer ein brauner Adler über die Steppe. „Schalten Sie ihren Verstand aus und öffnen Sie ihr Herz“, gab es vom Moderator genau die richtige Anweisung, sich auf ungewohnte Tonlagen einzulassen.

Die brachte auch der Kehlkopfsänger und temperamentvolle Spieler der Pferdekopfvioline, Men De, mit. „Der könnte fast als Dschingis Khan durchgehen“, sagte Aenne Weitemeier total begeistert. Die Bambusflöte von Dizi-Spieler Han Sanming verzauberte das Publikum mit einem Nomadenlied und Pipa-Solistin Guo Xiaoru widmete sich den Heldinnen der mongolischen Steppe. Dazwischen stürmten im wilden Galopp die Pferde als Hommage an die Vierbeiner durch die Gutsscheune. Im Tian-Shan-Gebirge wurde ein großes Fest gefeiert, und „Gen Westen“ ging es mit einem chinesischen Volkslied und der chinesischen Sängerin und Operndirektorin Zhang Fenglian. Sein Abschlussstück widmete das Orchesters dem Nationalhelden Gada Meiren, ließ noch einmal Schmetterlinge flattern und gewaltige Unwetter überstehen.

Erst nach vier Zugaben und einer Spielzeit von fast drei Stunden gingen in der Gutsscheune die Lichter aus. Nicht ohne das Publikum mit einer mongolischen Version des deutschen Volksliedes „Am Brunnen vor dem Tore“ zu überraschen.

„Einfach toll“, gab es nicht nur von Weitemeiers das abschließende Urteil und das Versprechen, „im kommenden Jahr sind wir wieder dabei“.

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