Stuhr - STUHR (aks). Mit fast 280 Babys sind im vergangenen Jahr so viele Neugeborene in die Gemeinde Stuhr gezogen wie schon seit Jahren nicht mehr. Und mit ihnen – natürlich – ihre Familien. Für Bürgermeister Niels Thomsen ist das der Beweis, dass die Stuhrer Politik aufgeht. „Wir verfolgen seit Jahren das Ziel, für Kinder und junge Menschen ein gutes Bildungs- und Betreuungsangebot vorzuhalten.“
Das hat sich offenbar nicht nur in Stuhr rumgesprochen. „Wir verzeichnen Zuzüge aus Nachbarorten des Landkreises wie auch aus Bremen“, so Thomsen. Paare, die eine Familie gründen wollen, aber auch Singles und Ältere, die die Nähe zur Hansestadt suchen, machten das Gros der Neubürger aus.
Seit Jahren steigen die Einwohnerzahlen der größten Kommune im Landkreis. 27000 Menschen lebten dort 1987, 28700 waren es 1995. Zur Jahrtausendwende war die 30000er-Marke geknackt. Seitdem geht es kontinuierlich weiter nach oben mit den Einwohnerzahlen. Gut 33500 Stuhrer sind heute gemeldet. „Ich gehe davon aus, dass das die Höchstgrenze sein wird“, kommentiert Niels Thomsen den Stand. Der Grund: Die bebaubaren Flächen sind ausgeschöpft. „Die Gemeinde hat keine Bauplätze im Angebot.“
Laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden gab es in Niedersachsen und Bremen zwischen März 2010 und März 2011 zwar überdurchschnittlich hohe Zuwächse und die Betreuungsquote in Niedersachsen ist um 3,2 auf 19,1 Prozent gestiegen (Stand November 2011). Fast 37 000 Kinder unter drei Jahren werden in Krippen, Kitas, Krabbelstuben oder bei Tageseltern betreut. Bremen verzeichnet einen Anstieg der Quote um 3,4 auf 19,6 Prozent. Rund 3200 Kinder haben dort einen Betreuungsplatz.
Mehr als 1300 Betreuungsplätze
Bundesweit liegt Niedersachsen aber auf dem vorletzten, Bremen auf dem drittletzten Rang. Besonders niedrig ist die Betreuungsquote den Statistikern zufolge mit knapp 16 Prozent in Nordrhein-Westfalen. In Sachsen-Anhalt (56 Prozent) geht die Mehrheit der Kleinkinder in die Krippe. In den neuen Ländern ist die Quote mit 49,0 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in den alten (20,0 Prozent).
„Dass wir auch für die ganz kleinen Kinder Angebote vorhalten, ist für viele ein Grund, Stuhr als Wohnort zu wählen“, beschreibt Thomsen die Eindrücke seiner Kollegen aus der Krippenberatung. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei Ziel und Wunsch der Lokalpolitik. Die Geburtenzahlen sprechen dafür, dass das angekommen ist.
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