002.09.10|Landkreis Diepholz|Landkreis Diepholz|
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Bassum - (sdl) · Nur knappe hundert Kilometer liegen zwischen seiner Heimatregion Kaschmir und der Provinz Punjab, in der die Opfer der Jahrhundertflut um das nackte Überleben kämpfen. Anyat Khan (54) kann die Bilder aus seinem Heimatland Pakistan kaum ertragen – und weiß von seinem Bruder Saghir, dass die Hilfsgüter längst nicht alle Menschen erreichen. Deshalb startet Anyat Khan, der seit über 30 Jahren in Deutschland lebt, eine eigene Spendenaktion.

Kreiszeitung Syke
„Man muss den alten Menschen und vor allem den Kindern helfen“, sagt Anyat Khan, der seit einem Vierteljahrhundert ein eigenes Geschäft in Bassum betreibt (Lederwaren, Schlüsseldienst, Schuhreparatur und Gravuren) – und schildert die Situation, die ihm sein Bruder regelmäßig am Telefon beschreibt: Alte Frauen und Männer, die nach der Flucht vor dem Wasser erschöpft und geschockt auf dem nackten Erdboden kampieren; Kinder, die ihre Eltern verloren haben und um die sich niemand kümmert. „Die Alten und die Kinder sind so schwach, dass sie nicht an die Lebensmittel kommen“, schildert Khan die Erfahrungen seines Bruders Saghir. „Er hilft in Punjab und auch mein Schwager, Professor Atta ur Reman“, so der 54-Jährige. Gemeinsam mit rund 20 Helfern würden sie versuchen, die Not der Flüchtlinge zu lindern. „Sie spenden jetzt auch schon Lebensmittel, Getreide, was sie können...“, sagt Khan über die Helfer aus Kaschmir. Sie haben ihren Verwandten in Deutschland gebeten, eine Spendenaktion zu starten – um Reis und Hygieneartikel kaufen zu können. „In Kaschmir gibt es genug Lebensmittel zu kaufen. Aber die Preise sind explodiert“, berichtet der Bassumer. Er weiß, dass viele Menschen bereits für seine Landsleute gespendet haben: „Danke! Deutschland hat viel geholfen!“ Aber immer noch seien viele Flutopfer ohne Hilfe. Besonders die elternlosen Kinder liegen ihm am Herzen. Es ist eine schlimme Vorstellung für den zweifachen Familienvater, dass die Waisen womöglich von Teppichhändlern als billige Arbeitskräfte versklavt werden. „Diese Kinder sieht man schon von weitem“, schildert der Bassumer die Erfahrung seines Bruders in Pakistan. Das Helferteam nehme sie in Schutz, bringe sie zu den Mitarbeitern des Roten Halbmonds. Diese Hilfsorganisation könne dann gezielt nach den Eltern der Jungen und Mädchen suchen und sich weiter um sie kümmern.
Anyat Khan hat eine 30-jährige Tochter und einen 17-jährigen Pflegesohn, der deutscher Herkunft ist, ebenso wie seine Frau. Viele Verwandte des 54-Jährigen leben in Pakistan: Seine Mutter, zwei Brüder, seine Schwester und deren Familien. Möglichst schnell will Anyat Khan den unversorgten Flutopfern in seinem Heimatland helfen – und hat deshalb ein Spendenkonto eingerichtet (Stichwort: Khan-Kindernothilfe für Flutopfer in Pakistan, Kto. 141 32 100, BLZ, 291 676 24, Volksbank Bassum).
Der 54-jährige Bassumer verspricht: „Jeder Cent kommt an.“
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