Von Anke SeidelLANDKREIS DIEPHOLZ · Der Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung NEL wirft lange Schatten auf Bäche und Flüsse: Die bauausführende Firma habe bei der Querung von elf Fließgewässern erhebliche Schäden angerichtet, klagt der Landessportfischerverband. Er hat mittlerweile Gespräche mit dem verantwortlichen Energieunternehmen Wingas geführt. Das habe Renaturierungsmaßnahmen versprochen, hieß es.

© Foto: Klefoth
Der Pipeline-Bau hat Spuren hinterlassen: Die Hache gehört zu den Flüssen mit unnatürlich hohem Sandeintrag. An der Hache sollen in der kommenden Woche Renaturierungsmaßnahmen beginnen. ·
Die betroffenen Gewässer (Quelle: Landessportfischerverband). Raum Syke: Süstedter Bach, Hache, Finkenbach, Hombach, Delme, Rieder Umleiter; Barnstorf/Bassum: Klosterbach, Heiligenloher Beeke, Bargeriede, Tüske, Wagenfelder Aue.
Zurück bleibe jetzt ein „totes“ Gewässer, in dem nur noch wenige Arten längerfristig leben könnten. „Als Folge davon wird eine Lebensgemeinschaft der Gewässer mindestens für viele Jahre weitestgehend zerstört sein“, betonen Ralf Gerken und Thomas Klefoth für ihren Verband. Kieslaichende Fischarten wie Bachforelle, Bachneunauge und Groppe hätten dabei genauso wenig Lebens chancen wie Eintags-, Stein- und Köcherfliege.
Gerken und Klefoth melden aber genauso einen „Verhandlungserfolg“ mit der Wingas: Sie habe nicht nur zugesagt, bei allen weiteren Gewässerquerungen deutlich stärker auf die Verhinderung von Sandeinträgen zu achten. Auch wolle sie die bereits betroffenen Gewässer so weit möglich renaturieren: „Dies schließt die Wiederherstellung der für fast alle Wasserlebewesen extrem wichtigen kiesigen Strukturen ein“, so die Verbandsvertreter. „Renatierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen werden umgesetzt“, bestätigte gestern Wingas-Pressesprecherin Antje Knollmann. Das geschehe in Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde (Landkreis), dem Unterhaltungsverband der jeweiligen Gewässer und dem Landessportfischerverband. „Die ersten Maßnahmen sind schon umgesetzt“, erklärte die Pressesprecherin mit Blick auf die Bargeriede bei Eydelstedt. Weitere würden so schnell wie möglich folgen.
Das lasse hoffen, dass sich seltende Wasserlebewesen irgendwann wieder in den betroffenen Gebieten ansiedeln, so die Verbandsvertreter. Aber: „Was in wenigen Tagen zerstört wurde, muss sich dann über viele Jahre hinweg regenerieren.“
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