Syke - Von Anke Seidel. Rund 200 Eröffnungsgäste, 130 Aussteller-Stände und ein Lastwagen-Aufsatz als Geschenk: Strahlende Gesichter gab es gestern Abend bei der Eröffnung der zehnten Berufs-Informations-Börse BIB zu sehen – trotz der Finanz- und Eurokrise, die Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel ebenso schnörkellos wie unterhaltsam aufs Korn nahm.

Gut gelaunt trotz Euro-Krise: BBS-Direktor Horst Burghardt (l.) und Professor Rudolf Hickel. ·
Doch bevor der Bremer Wirtschaftsfachmann erklärte, warum Powerpoint-Präsentationen etwas für Argumentationsschwache sind, dass man ein Unternehmen trotz fünf virtueller Negativ-Exemplare tatsächlich retten kann und warum es in Griechenland künftig keine Drachmen geben darf, meldete BBS-Direktor Horst Burghardt einen Rekord: 130 Aussteller präsentieren sich in den kommenden drei Tagen mit Ausbildungsmöglichkeiten und -angeboten. „So viele wie noch nie!“, freute er sich über das große Interesse, Jugendlichen Ausbildungsmöglichkeiten vorzustellen. Burghardt dankte der Firma Cordes & Graefe für den neuen Lkw-Aufsatz und gab ihn symbolisch an Landrat Cord Bockhop weiter, damit der Kreistag über die Annahme des Mega-„Koffers“ für die BBS-Logistikausbildung beschließen kann.

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Sage und schreibe eine Billion Umsätze auf den Devisenmärkten seien nur auf vier Prozent reale Geschäfte zurückzuführen, und Wertpapiere eigentlich Wetten. Aber es gebe auch kluge Bänker, denn Volksbanken und Sparkassen hätten solche Geschäfte nicht gemacht. „Wir brauchen wieder stinknormale Banken“, forderte Hickel. Und: „Bänker müssen wieder lernen, Geschäfte zu machen, die sie verstehen und auch verantworten können“, zitierte Hickel den Chef der Bremer Landesbank, Andreas Kaulvers. Spekulanten hätten die Euro-Krise zwar nicht verursacht, aber mit den Rating-Agenturen wie Brandbeschleuniger gewirkt: „Die Rating-Agenturen müssen stärker unter die politischen Fittiche genommen werden!“ Griechenland auszuschließen, davor warnte Hickel ausdrücklich. Denn ohne den Euro gäbe es dort eine „Elendswirtschaft“. Die Krise werde bitter, müsse aber als Katharsis, sprich Reinigung, genutzt werden.
Ihren eigenen Reim auf das Leben machte sich gestern Abend die Lehrerband mit Rocksongs. Tanzeinlagen boten die Fachgymnasiastinnen.
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