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„Pilotprojekt Geburtshilfe“ / Hebammen-Beraterin Barbara Kosfeld nennt Chancen für Erhalt und Zukunft

Hebammen-Beraterin Barbara Kosfeld nennt Chancen für Erhalt und Zukunft

„Pilotprojekt Geburtshilfe“

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Twistringen - Von Anke Seidel. Ärzte für eine neue Zukunft der Geburtshilfe konnte die Unternehmensberaterin und Hebamme Barbara Kosfeld gestern Abend ebenso wenig präsentieren wie ein fix und fertiges Konzept.

Foto: Seidel

Barbara Kosfeld ( Mitte, hier mit Lena Rahlfs, stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative, und Moderator Erich Sturm) warb für ein „Netzwerk Geburtshilfe“ warb. ·

Foto: SeidelDer elf Monate alte Len-Elias (mit seinem Papa Christoph Rahlfs), war gestern Abend in Twistringen einer der jüngsten Teilnehmer an der Info-Veranstaltung.

„Wir brauchen ein Netzwerk für eine Geburtshilfe in einem wertschätzenden Miteinander“, erklärte sie in einer Pressekonferenz vor dem Informationsabend der Bürgerinitiative – und forderte gleichzeitig ein Pilotprojekt. „Die Chancen dafür stehen gut“, so die bundesweit tätige Unternehmensberaterin. Denn im Landkreis Diep holz sei die Situation eine völlig andere als in anderen Bereichen Deutschlands: „Dort gibt es politische Schließungsbeschlüsse. Hier aber steht sogar das Ministerium hinter dem Erhalt der Geburtshilfe!“ Sie selbst habe seit April – also fünf Monate vor der Schließung – intensiv mit dem Klinikverbund zusammen gearbeitet. „Jederzeit ist gesagt worden: Alle sind interessiert an der Geburtshilfe.“ Entscheidend für deren Erhalt sei ein Netzwerk aus Experten – wie aus dem Institut für frühkindliche Bildung in Osnabrück, der dortigen Hebammenschule, den Krankenkassen und anderen Akteuren mehr. Allerdings müsse schnell gehandelt werden, mahnte Kosfeld – und nannte die entscheidenden Schritte: „Mit der Projektplanung beginnen, Netzwerke bilden, die Umgebung abklären und Finanztöpfe aufmachen.“ Ein auf fünf Jahre ausgelegtes und wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt könne ohne klaren Auftrag jedoch nicht gestartet werden. „Ich habe keine finanziellen Interessen und muss hier keinen Auftrag bekommen“, betonte die Hebammen-Beraterin. Als dreifache Mutter und Hebamme liege ihr der Erhalt der Geburtshilfe einfach am Herzen.

Aber wie die unbedingt notwendigen Mediziner für das Netzwerk gewinnen? „Man kann nicht hingehen und sich ein paar Ärzte suchen“, antwortete Barbara Kosfeld, „dieses Verhalten des Landrates hat mich schon sehr befremdet.“ Immerhin hatten nach einer gezielten Umfrage des Landkreises mehrere Mediziner ihr Interesse an einer Mitarbeit in der Geburtshilfe signalisiert (wir berichteten), darunter auch pensionierte Ärzte. Deren Mitarbeit im Netzwerk sei vorteilhaft, sagte die Beraterin: „Sie haben unglaublich viel Erfahrungswissen. Warum sollen sie das nicht einbringen?“

Barbara Kosfeld zeigte sich überzeugt: „Die Wiedereröffnung der Geburtshilfe in Bassum ist machbar, wenn man jetzt mit der Zusammenarbeit beginnt.“

Sie selbst hat heute Mittag einen Termin im Landessozialministerium – gemeinsam mit einer Hebamme und einer Vertreterin der Bürgerinitiative.

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