Syke - (sdl) · Unglaublich, aber wahr: Leuchtete noch am Montag Abend der Vollmond über der winterlichen Landschaft, war gestern Morgen nur noch eine schmale Sichel zu sehen. „Ursache war eine Mondfinsternis, bei der der Schatten der Erde auf den Mond fällt“, erläuterte Dietrich Ehmann, seit einem halben Jahrhundert passionierter Astronom.

Minus 17 Grad herrschten gestern auf dem Hohen Berg in Syke, als Dietrich Ehmann die Mondfinsternis mit der Kamera festhielt. Ein seltenes Naturschauspiel, das sich erst am 15. Juni und 10. Dezember 2011 wiederholt.
Der 57-jährige Sternenkundler hatte sich um 6.30 Uhr in Syke-Halbetzen ins Auto gesetzt, um zum Hohen Berg in Ristedt zu fahren. Bei Minus 17 Grad in der ebenso frostigen wie stillen Landschaft wartete er auf das große Ereignis: „Spannend wurde es um 7.30 Uhr, da konnte man den Kernschatten sehen“ – und verfolgen, wie er immer weiter über den Mond kroch. Als schmale Sichel ging Luna schließlich unter. Ein spannendes Naturschauspiel, das gemeinsam mit dem 57-Jährigen am Hohen Berg nur noch ein Fan verfolgte: Der Vertreter einer Nachrichtenagentur.
Über die Zahl weiterer Beobachter andernorts ließe sich allenfalls spekulieren. Aber Fakt ist, dass die Mondfinsternis auf der ganzen Erdhalbkugel zu sehen war. „Mondfinsternisse sind seltener als Sonnenfinsternisse“, erklärt Ehmann, „aber man sieht sie öfter.“ Er selbst hat noch im Juni eine Mondfinsternis unter ganz anderen Bedingungen erlebt: Bei tropischen Temperaturen im Südpazifik statt bei arktischen Bedingungen im Landkreis Diepholz.
In den Südpazifik war Ehmann aufgebrochen, um auf Tahiti eine Sonnenfinsternis zu beobachten. Um dieses faszinierende Naturschauspiel mitzuerleben, reiste der 57-Jährige schon nach Madagaskar, in die Karibik und nach Indien.
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